20181117 tostedt bericht hnaFassungslosigkeit bei den Plesse-Frauen
Bovenden. Die Fassungslosigkeit stand den Spielerinnen der HSG Plesse-Hardenberg am Samstag auf dem Parkett der Bovender Sporthalle ins Gesicht geschrieben, während auf der anderen Seite der MTV Tostedt seinen 25:24-Auswärtssieg bejubelte. 73 Sekunden vor dem Abpfiff hatte Natalie Mencke die Gäste zum zweiten Mal im gesamten Spielverlauf (6:5/12.) in Führung gebracht. Maike Rombachs letzter Wurfversuch blieb im Block hängen. Schluss! Aus! Vorbei! Verspielt war ein 15:9-Pausenvorsprung!

Über die Gründe für das „Warum?“ wurde schon auf dem Spielfeld und auf den Rängen heftig diskutiert! Neun Treffer in der zweiten Halbzeit sind dürftig – richtig! Die beiden Torhüterinnen Caro Menn und Nele Röhrs konnten ihrem Team nicht die gewohnte Unterstützung geben – stimmt auch! Hatte Plesses Coach seiner ersten Sieben zu früh eine Pause gegeben oder geben müssen? Vielleicht waren auch einfach drei vergebene Siebenmeter das Übel, während der MTV „vom Punkt“ fehlerfrei blieb. Hinzu kam auf jeden Fall eine miserable Verwertung der auch nach der Pause reichlich vorhandenen Großchancen. Am Ende war es wohl von allem etwas, das den starken Eindruck, den die Gastgeberinnen in den ersten 40 Minuten hinterlassen hatten, doch noch zunichte machte.

Nach gutem Start schlingerte die HSG kurz, steuerte aber nach einer Viertelstunde anscheinend direkten Kurs auf den zweiten Heimsieg. Über 10:7 schuf man sich mit gutem Tempospiel und sehenswerten Kombinationen ein sattes Pausenpolster für das vor allem der starke Rückraum mit Maike Rombach und Devi Hille verantwortlich zeichnete.

Nach Wiederbeginn legte auch Caro Hübers zwei Mal nach, ehe das Unheil seinen Lauf nahm. In Unterzahl verwandelte Lara Al Najem noch einen Strafwurf zum 23:21 (52.) Doch während sich in den Köpfen der HSG-Spielerinnen die Angst vor dem Verlieren breit machte, nutzte Tostedt das positive Momentum zu einem kaum noch für möglich gehaltenen Erfolg.

„Die Mannschaft hat gute Ansätze gezeigt, stand sich dann aber selbst im Weg. Wir wollten nach der Pause so weitermachen. Dann wuchs die gegnerische Torfrau über sich hinaus. Am Ende war es auch ein Kopfproblem“, bilanzierte Yunus Boyraz.

HSG:Menn, Röhrs - Al Najem 8/5, Behrends, Hemke 1, Herale 1, Hille 3, Hübers 2, Müller, Reinholz, Rombach 7/2, Schob 2, Schütze. (zys)

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Kraftvoller Einsatz: Plesses Charlotte Schob (am Ball) hat sich gegen Tostedts Natalie Mencke durchgesetzt und zieht aufs MTV-Tor ab. Die Tostedterin erzielte auch das MTV-Siegtor.  
© Hubert Jelinek/gsd