schiris 2015 2016 1Blinde Schiedsrichter bei der HSG PH?

Fortlaufende Kritik an der schlechten Schiedsrichterleistung: Betreten des Torraumes, Schrittfehler und eine Vielzahl weiterer Unzulänglichkeiten wurden uns immer wieder angekreidet. Trotz bester Ausbildung und fehlerfrei absolvierte Regeltests, nachgewiesene körperliche Fitness bei den Schiedsrichterlehrgängen – die Schiedsrichter bekamen die Probleme nicht in den Griff.

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Guter Rat war teuer – bei einer schlecht spielenden Mannschaft wird meistens kurzerhand der Trainer ausgetauscht. Leider gibt es das nicht für Schiedsrichter – da heißt es immer: Zähne zusammen beißen, nächstes Spiel wird bestimmt besser! Zum Glück sprach sich dieses Problem auch bei den ortsansässigen Geschäftsleuten rum, und siehe da – der Augenoptik Mathies GmbH präsentierte die Lösung des Problems: alle Schiedsrichter zum Augentest. Leider ergab sich nicht das, was alle erhofft hatten: schlechte Augen  - neue Brillen – alle Probleme gelöst. Kurz: neuen Brillen für die Schiedsrichter! Aber trotzdem zeigte sich Augenoptik Mathies GmbH sehr kulant und unterstütze uns mit neuen Ausrüstungen. Vielleicht ist das Problem ja doch außerhalb des Spielfeldes zu suchen? So findet jeder künftig den wichtigen Hinweis auf den Spezialisten der ihm helfen kann: Augenoptik Mathies GmbH …


Aber im Ernst: das Schiedsrichterproblem ist ein schwieriges und es liegt definitiv nicht an der Aus- und Fortbildung. Der Aufwand in der Nachwuchsausbildung ist jedes Jahr immens. Ein Lehrgang dauert ungefähr 40h. Viele junge Menschen kommen sehr motiviert zu den Lehrgängen und absolvieren sie mit Bravour. Die theoretische und praktische Prüfung stellt für fast jeden eine zu bewältigende Hürde dar. Doch dann kommt das erste richtige Punktspiel (meistens geht es auch gleich, zumindest gefühlt, um die deutsche Meisterschaft). Alle, aber wirklich alle, haben es anders gesehen als die Schiedsrichter – und krönen ihr Unverständnis über die Entscheidung mit deftigen Worten. Das unter diesen Umständen die meisten den Spaß verlieren liegt auf der Hand. Und nach drei Spielen ist eine hoffnungsvolle Karriere zu Ende bevor sie richtig begann.


Übrigens: die Jungschiedsrichter sind meistens zwischen 15 und 18 Jahren, sie pfeifen Spiele in der E-Jugend (Höchstalter neun Jahre). Und dann sowas? Fair-Play gilt für alle auf und neben dem Handballfeld: Spieler/innen, Trainer- und Betreuer/innen, Zuschauer/innen und natürlich auch für die Schiedsrichterinnen. Zumindest sind die Konsequenzen absehbar: dann wird nur noch der Heimverein Schiedsrichter ansetzen und  auch die Tabellen am Saisonende werden alle ausgeglichen sein, alle Heimspiele gewonnen, alle Auswärtsspiele verloren. Ist doch ein guter Kompromiss!

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