03032018 leipzig bericht gtHSG Plesse-Hardenberg verpasst Coup
Die HSG Plesse-Hardenberg ist in der 3. Handball-Liga der Frauen knapp an einer Überraschung vorbeigeschrammt: Der Gastgeber unterlag vor 200 Zuschauern dem HC Leipzig mit 25:26 (11:12). Die Spielzeit war abgelaufen, der HSG war noch ein Freiwurf zugesprochen worden. Devi Hille nahm sich den Ball, holte aus und warf. Durch die Abwehrarme hinweg klatsche der Ball an den Pfosten. Leipzig jubelte – die Heimsieben sank zu Boden. „Es war so ein starkes Spiel meiner Mannschaft. Da ist die Enttäuschung dann natürlich groß“, sagte Trainer Tim Becker.

Die HSG hatte durchaus einen Punkt verdient gehabt, zeitweise sah es sogar nach dem zweiten Saisonsieg aus.

Eine 3:1-Führung ließ früh erahnen, was möglich war. Die Abwehr stand kompakt, dahinter erwischte Carolin Menn einen Sahnetag: In der siebten Minute parierte die Torfrau ihren ersten Siebenmeter. Am Ende der Partie wies die Statistik 19 Paraden aus, ein Topwert.

Ein Buzzerbeater von Lucie-Mari Kretzschmar, Tochter von Stefan Kretzschmar, sorgte für die Pausenführung der Gäste. Da konnte Marilena Henne schon nicht mehr mitwirken, die Spielmacherin hatte sich das Knie verdreht. Henne sah in der zweiten Hälfte von der Bank aus einen couragierten Auftritt ihrer Mitspielerinnen. Angeführt von der starken Meike Rombach, machte die HSG aus dem knappen Rückstand wieder eine Führung (17:13, 37.). Beim 22:19 durch Lara Al Najem sah es acht Minuten vor dem Ende nach einem Überraschungserfolg aus. „Dann haben wir in fünf Minuten alles hergeschenkt“, ärgerte sich Becker, „wir hatten vorn technische Fehler und waren hinten zu passiv“. Besonders Kretzschmar bekam die HSG-Abwehr nicht in den Griff.

Als Emily Theilig zum 25:26 traf, waren noch 14 Sekunden zu spielen. Becker brachte die siebte Feldspielerin, doch Rombach traf die falsche Entscheidung. Vorwürfe gab es später keine: „Die Mannschaft hat einfach stark gespielt.“

HSG: Menn, Rother – Rombach (8/2), Marienfeld (4), Hemke (3), Al Najem (3), Strahlke (2), Hille (2), , Henne (1), Kunze (1), Herale, Schob.

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Devi Hille, hier gegen Chemnitz, hat gegen Leipzig den Punktgewinn in der Hand, trifft aber den Pfosten. Quelle: Schneemann