17032018 birkenau bericht gt„Das war katastrophal“
Es sollte der zweite Saisonsieg werden, aber es wurde die 17. Niederlage. Vor nur knapp 150 Zuschauern unterlag die HSG Plesse-Hardenberg dem TSV Birkenau mit 17:21 (8:12) in der dritten Handball-Liga der Frauen.  Göttingen. „Wir wollen den zweiten Saisonsieg und uns für die Hinspielniederlage revanchieren“, hatte Tim Becker vor der Partie verkündet. Und es ließ sich gut an. Maike Rombach eröffnete den Torreigen, Alena Breiding legte gleich zweimal nach – nach fünf Minuten führte die HSG mit 3:0. Fünf Minuten später stand es 6:2, der Start in die Partie war gelungen.

Allerdings hatten die Damen ihr Pulver erstmal verschossen. Birkenau nahm eine Auszeit, nach der die Heimsieben erst Zeitstrafen (Isabel Marienfeld, Rombach) und dann Gegentore kassierten. Ein 1:10-Lauf zum 7:12 (25.) leitete die Niederlage noch vor der Pause ein.

Problem eher im Angriff

„Wir haben in dieser Phase ganz schwach verteidigt. Vor allem den Überzieher von Ronja Schwab haben wir nicht in den Griff gekriegt“, sah Becker klar Schwächen in der Defensive. „Und wir haben das Torwartduell verloren“, fügte er noch hinzu. Wobei, für diese (vorentscheidende) Phase mag das gelten, aber letztlich sind 21 Gegentore nicht viel. Das Problem liegt eher im Angriff, denn mit 17 Treffern gewinnt man kein Spiel. „Das war katastrophal“, nahm auch der Trainer kein Blatt vor den Mund. „Wir haben nichts von dem umgesetzt, was wir uns vorgenommen hatten. Wir lassen den Ball nicht laufen, lassen uns früh festmachen“, kritisierte Becker.

„Uns fehlte die taktische Disziplin. Das war ein exakte Kopie des Hinspiels.“ Birkenau spielt die ganze Saison über eine aggressive 3:2:1-Abwehr. Wie man dagegen Erfolg haben kann, war Hauptbestandteil des Trainings. Doch zwischen Theorie und Praxis klaffte am Sonnabend eine große Schere. „Ich weiß gar nicht, warum wir uns vorher überhaupt Gedanken machen“, regte sich Becker auf. Und trotz aller Fehler war der zweite Saisonsieg bis in die Schlussphase möglich, weil Birkenau eben kein Topteam ist. Anna-Katharina Loest hatte zehn Minuten vor dem Ende den Anschlusstreffer zum 15:16 erzielt.

Schwache Schiedsrichterleistung

Bis zum nächsten Treffer durch Devi Hille dauerte es aber acht Minuten, da war die Partie fast schon zu Ende. Becker spielte mit acht Feldspielerinnen durch. Ohne Einsatz blieben Charlotte Schob, Julia Herale und die erstmals zum Kader gehörenden Laura Müller und Anneke Schütze aus der A-Jugend. „Vielleicht hätte ich doch wechseln sollen“, so Becker. Mehr falsch als die anderen hätte wohl keine machen können.

Und zu der eigenen Misere gesellte sich auch eine schwache Schiedsrichterleistung. „Wir haben deshalb nicht verloren. Aber das war das schlechteste, was ich diese Saison gesehen habe. Die hatten keine Linie. Schritte, Stürmerfoul, Kreis …“, kritisierte Becker das Gespann Kassing/Wulf aus Westfalen.

Tore HSG: Menn, Röhrs – Breiding (5), Hille (3), Rombach (3/1), Marienfeld (2), Loest (2), Kunze (1), Hemke (1).

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Carolin Menn (HSG, 1) vs. Ronja Schwab (TSV, 18). Quelle: Sören Kracht