Plesse-Hardenberg verliert gegen Kleenheim
Ein Handballspiel dauert 60 Minuten, nicht dreißig. Das gilt auch für die HSG Plesse-Hardenberg in der 3. Liga. Die Damen unterlagen bei der HSG Kleenheim mit 16:29 (11:12) und bleiben auswärts weiter sieglos. Göttingen. „Wir wollen besser spielen als gegen Birkenau“, hatte Tim Becker als Ziel ausgegeben. Daran änderte sich auch nichts, als sich mit Devi Hille eine weitere Spielerin verletzt (Knie) abmeldete. „Dann sind es halt acht Feldspielerinnen“, kommentierte der Trainer lapidar.

Und zwei Torhüterinnen. Und von denen bleibt eine Kleenheim wohl im Gedächtnis. „Caro war einfach top“, lobte Becker. Gleich die ersten zwei Siebenmeter des Tabellenzweiten parierte Carolin Menn, war auch danach zur Stelle, wenn die Abwehr einmal ausgespielt wurde. Dies war nicht oft der Fall, denn die Defensive stand gut, störte frühzeitig und zwang Kleenheim zu Fehlern. Das kennt man ja von der HSG, hinten hui, vorne pfui. Doch in Mittelhessen funktionierte auch der Angriff. „Wir haben viele richtige Entscheidungen getroffen. Auch als Kleenheim die Abwehr umstellte“, freute sich Becker. Angeführt von einer starken Alena Breiding legte Plesse-Hardenberg ein 3:0 (4.) vor, zwang den Zweiten beim 6:4 (12.) früh zu einer Auszeit, musste beim 6:6 dann allerdings den Ausgleich hinnehmen (15.). Doch weder davon noch vom ersten Rückstand (6:7, 17.) ließ sich der Aufsteiger beirren, drehte den Spieß wieder um (8:7, 20.) und lag auch zur Pause nicht unverdient vorn. „Das war eine sehr, sehr gute erste Hälfte“, geriet Becker fast schon ins Schwärmen.

Doch leider gibt es ja noch eine zweite Halbzeit. Auch wenn da der Trainer am liebsten den Mantel des Schweigens drüber legen würde. „Ich war echt erstaunt, dass plötzlich so gar nichts mehr ging“, fand er dann doch Worte. Der Angriff nur noch ein laues Lüftchen. „Wir sind zu statisch, treffen die falschen Entscheidungen, leisten uns viele Fehlwürfe“, so Becker. Kleenheim, das in der Pause wohl einen Weckruf erhalten hatte, nutzte das gnadenlos aus. Ein Gegenstoß nach dem anderen rollte auf das Tor von Menn zu, die dagegen kaum noch etwas machen konnte. Aus der Führung wurde ein Rückstand (12:14, 35.), der stetig anwuchs (14:22, 45.) und letztlich richtig deutlich wurde. Ganze vier Tore gelangen dem Letzten nach dem Seitenwechsel, das ist schon ein Armutszeugnis. „Das war nichts“, wusste auch Becker. „Doch aus der ersten Hälfte können wir für die letzten drei Spiele einiges mitnehmen.“ Die beginnen nach den Ostertagen mit einem Auswärtsspiel beim Tabellenführer. Hoffentlich wieder mit Hille und vielleicht auch wieder mit Sarah Strahlke. Und vielleicht bekommt ja auch die ein oder andere Nachwuchsspielerin doch noch eine Chance.

HSG: Menn, Röhrs – Breiding (7), Marienfeld (3), Loest (3), Hemke (1), Rombach (1), Kunze (1), Al Najem, Schob.

Von kri