3 Liga FrauenDritte Liga – Ein Abenteuer geht zu Ende
Um diese Reise zu verstehen, muss man vielleicht ganz von vorne anfangen. Damals, in der Regionsoberliga, in der wir den Grundstein für die ganzen letzten erfolgreichen Jahre gelegt haben. Zwar sind von der damaligen Mannschaft nicht mehr viele Spielerinnen übrig geblieben, aber der anfängliche Spirit ist immer noch zu spüren. Kampfgeist, Disziplin, der Wille einfach besser zu sein und härter zu arbeiten als der Gegner. Durch diese Einstellung haben wir es geschafft, seit Saison 2008/2009 von der Regionsoberliga in die Landesliga und kurze Zeit später in die Oberliga aufzusteigen.

Nach den ersten 2 bereits sehr erfolgreichen Jahren konnten wir dann 2 Jahre in Folge die Meisterschaft in der Oberliga Niedersachsen feiern. Es war also klar, jetzt muss im nächsten Schritt die 3. Liga kommen und im zweiten Anlauf war es auch endlich soweit, der Verein ermöglichte uns Mädels den Aufstieg in die 3. Bundesliga. Ein Traum ist wahr geworden!

Dies bedeutete für viele das Erreichen persönlich gesteckter Ziele, es bedeutet aber auch das Aufeinandertreffen mit neuen Gegnern, das kontinuierliche Spielen mit Patte sowie ein größerer Aufwand bei Auswärtsfahrten durch die erhöhten Fahrtstrecken.

Nach einigem Hin und Her konnte eine Mannschaft auf die Beine gestellt werden, die leider Leistungsträger der erfolgreichen Jahre verletzungsbedingt verabschieden musste, aber dennoch durch Neuzugänge letztlich aus 12 Feldspielerinnen und 3 Torhütern bestand.

In der Vorbereitung galt es aus diesen Spielerinnen ein Team zu formen und vielen das Spielen mit dem klebrigen Harz näherzubringen. Durch schöne Teambuildingaktionen (z.B. im Kletterpark) konnten wir uns immer besser finden und uns neu einspielen. Die Vorbereitung gestalteten unsere Trainer abwechslungsreich durch intensive Lauf- und Halleneinheiten. Gestärkt und fit wollten wir in die Saison starten, bis uns der erste Rückschlag durch die Kreuzbandverletzung von Annika traf und für sie die Saison schon vor Beginn der Punktspiele gelaufen war.

Marilena musste sich schnell an eine zweite Position auf der Mitte gewöhnen, um Alena immer wieder im Rückraum zu entlasten. Die ersten Spiele gingen verloren, teilweise deutlich und teilweise knapp. Dennoch konnten wir uns mannschaftlich aber auch individuell von Spiel zu Spiel steigern und dem Publikum meist für 30 Minuten Duelle auf Augenhöhe bieten. Die mangelnde Erfahrung ließ uns aber oft den Kürzeren ziehen. Gegen den Tabellenführer aus Gedern zeigten wir 40 Minuten eine tolle Leistung auf Augenhöhe, bis sich Lara den Ellenbogen auskugelte, der Rettungswagen kam und wir nach dem Schrecken nicht mehr zu unserem Spiel fanden.

Zwei Wochen später war es dann aber endlich soweit, wir empfingen den Tabellenvorletzten aus Kriftel und konnten Katha als Backupspielerin in unseren Reihen begrüßen. Mit vereinten Kräften, erfolgshungrig und mit Hilfe einer bärenstarken Abwehr schlugen wir die Mädels aus Kriftel mit 22:14 in eigener Halle und konnten endlich unsere ersten Punkte einfahren. Die Freude war riesig. Weitere Erfolge in Form von Punkten blieben leider erstmal aus. Das Bild der fehlenden Erfahrung und des Durchhaltens über 60 Minuten zog sich durch die gesamte Saison und zum Ende der Hinrunde mussten wir auch noch Jana verabschieden, die uns studienbedingt nur für die Halbserie zusagen konnte. Für die Rückserie hatten wir uns viel vorgenommen, in den entscheiden Spielen konnten wir jedoch nicht unsere Leistung und das eigentliche Potenzial abrufen. Immer wieder warfen uns Krankheiten und Verletzungen zurück, so dass wir vor allem zum Ende der Saison auf dem Zahnfleisch liefen. Es folgte das Spiel gegen Leipzig in heimischer Halle, das wir mitbestimmten. In der 20. Minute verletzte sich zunächst Marilena, erneuter Kreuzbandriss, und dann gab auch noch Sarahs Schulter nach, die ihr immer wieder Probleme machte. Zwei weitere Rückraumspielerinnen fielen aus, so dass Isa immer wieder von ihrer eigentlichen Kreisposition in den Rückraum wechseln musste. Gegen Leipzig folgte ein Wechselbad der Gefühle, führten wir doch gegen Ende, gelang Leipzig 30 Sekunden vor Schluss der Führungstreffer. Wir konnten den folgenden Angriff nicht für uns nutzen und bekamen nur noch einen direkten Freiwurf zugesprochen. Devi führte in phänomenal aus, leider landete der Ball am gegnerischen Pfosten. Leipzig jubelte und wir zogen mal wieder den Kürzeren. Nun wurde es eng im Rückraum, zu den Verletzten gesellte sich dann auch in den letzten 4 Spielen Devi, die aufgrund von starker Knieprobleme nicht mehr auflaufen konnte.

Aus 12 Feldspielerinnen zu Saisonbeginn blieben uns für die letzten Partien nur noch 8 des eigentlichen Kaders. Ein Dank geht hier raus an Laura, Anneke, Hanna und Julia aus der A-Jugend und der zweiten Damen, die uns in bestimmten Spielen unterstützen. Die Saison konnten wir dann noch positiv abschließen. In Kriftel konnten wir erneut gewinnen und Anneke konnte sogar noch ihr erstes 3. Liga Tor erzielen.

Welches Fazit kann man nun aus einer Saison ziehen, auf die man so lange hingearbeitet hat und schlussendlich aber am Tabellenende mit nur 4 Punkten auf der Habenseite steht?

Insgesamt ein sehr positives, denn alle Spielerinnen konnten sich individuell weiterentwickeln, neue Gegner kennenlernen und die vielen Rückschläge schweißten uns deutlicher zusammen. Einige konnten neue Positionen ausprobieren und jeder stand für den anderen ein. Die Fans konnten Drittligahandball sehen, der sich in der Attraktivität von dem der Oberliga abhebt. Einige konnten zum Ende ihrer Handballtage nochmal die 3. Liga kennenlernen, andere sich wiederum für neue Aufgaben empfehlen.

Am Ende heißt es allen Danke zu sagen, die das Abenteuer 3. Liga unterstützt haben.


Allerdings sollen damit die erfolgreichen Jahre nicht zur Geschichte werden. Die 1. Damenmannschaft hat zwar seit 10 Jahren den ersten harten Rückschlag erleiden müssen, jetzt ist es aber an der Zeit nach einer kurzen Handballpause den Dreck und die Tränen wieder abzuwischen und die nächste Herausforderung anzugehen, nämlich nicht nur ein neues Team auf die Beine zu stellen und in der Oberliga mitzumischen, sondern auch wieder die Oberliga zu dominieren und die 3. Liga nicht so schnell aus den Augen zu verlieren. Nicht nur für die Mannschaft, sondern auch für die noch verletzten Spieler ist das Motto #comebackstronger.

 Lara und Marre