Lara Al Najem, Maite Gutenberg und Franziska Gräser ziehen Bilanz

Die drei Frauenhandball-Oberligisten des Kreises Göttingen ziehen in der Weihnachtspause ihre Zwischenbilanz. Für den Tabellenvierten HSG Plesse-Hardenberg, den Fünften HG Rosdorf-Grone und den Vorletzten HSG Göttingen stehen die Mannschaftsführerinnen Lara Al Najem, Maite Gutenberg und Teamsprecherin Franziska Gräser Rede und Antwort.


Was hat Ihr Team in der bisherigen Saison besonders gut gemacht?

Maite Gutenberg (HG Rosdorf-Grone): Wir haben einen starken Zusammenhalt, und jede kämpft für jede. Diese Leidenschaft hat uns diese Saison schon einige Spiele getragen.

Lara Al Najem (HSG Plesse-Hardenberg): Wir haben uns immer gut zurückgekämpft und nie die Köpfe hängen lassen. Häufig haben wir Rückstände drehen können und sind dann noch als Sieger vom Feld gegangen.
Franziska Gräser (HSG Göttingen): Von Beginn haben wir großen Kampfgeist gezeigt. Auch nach den letzten Spielen haben wir große Moral bewiesen und uns nie aufgegeben, auch wenn unsere Saison bisher alles andere als reibungslos verlaufen ist.

An welchen Stellschrauben muss noch gedreht werden?
Maite Gutenberg: Definitiv müssen wir an der Abwehr arbeiten. Es muss uns gelingen, Ausfälle noch besser zu kompensieren. Dazu gehört auch weiterhin, den Nachwuchs heranzuführen.

Lara Al Najem: In den letzten Spielen hatten wir leider zu viele Abstimmungsprobleme und waren nicht immer griffig genug. Ich würde mich freuen, wenn wir wieder mehr Lust entwickeln würden, um eine starke 3:2:1 Abwehr zu spielen.

Franziska Gräser: Wir müssen zum einen an unserer Chancenverwertung arbeiten. Obwohl wir häufig um die 30 Tore werfen, lassen wir zu häufig noch zu viele freie Würfe liegen. Zum anderen müssen wir die Anzahl der Gegentreffer minimieren. Das Zusammenspiel zwischen Abwehr und Torhüter muss besser abgestimmt werden.

Was war in den bisherigen Spielen Ihr persönlich besonderes Ereignis?

Maite Gutenberg: Der Auftaktsieg in Lüneburg war für uns sehr wichtig als Aufsteiger. Ansonsten war mein persönliches Highlight natürlich der Sieg im Derby gegen den Northeimer HC in eigener Halle. Da war einfach Stimmung da.

Lara Al Najem: Das gewonnene Derby gegen die HSG Göttingen. Wir haben uns nach einem schrecklichen Start und einem enorm hohen Rückstand zurückgekämpft und konnten als Derbysieger vom Platz gehen. Ich selbst bin schrecklich in die Partie gestartet, konnte dann aber durch gute Leistungen und elf Tore überzeugen.

Franziska Gräser: Unser Kampfgeist stimmt, unsere Abwehr ist zunehmend stabiler von Spiel zu Spiel, jetzt müssen nur noch die Punkte her.

Wo steht Ihre Mannschaft am Ende der Saison?

Maite Gutenberg: Platz fünf wäre top, weil wir als Aufsteiger bisher eine starke Hinrunde spielen und nichts mit dem Abstieg zu tun bekommen wollen.

Lara Al Najem: Ich sehe uns im oberen Feld der Tabelle, weil wir weitestgehend eine junge Truppe sind, der es manchmal einfach noch an Abgeklärtheit und Erfahrung fehlt, um ganz, ganz oben zu stehen.

Franziska Gräser: Ich bin der festen Überzeugung, dass wir am Ende der Saison den Klassenerhalt schaffen und uns im unteren Mittelfeld platzieren werden. Platz neun bis zehn scheint realistisch, weil wir über die handballerischen Qualitäten verfügen.

Welchen persönlichen Weihnachtswunsch möchten Sie sich erfüllen?

Maite Gutenberg: Ich habe keinen besonderen Wunsch. Die Weihnachtszeit bei meiner Familie zu sein, ist das schönste Geschenk.

Lara Al Najem: Ich wünsche mir, dass privat, beruflich und handballspezifisch alles so schön bleibt wie bisher und freue mich auf eine starke Rückrunde mit meinem Team.

Franziska Gräser: Ich wünsche mir noch zahlreiche weitere unvergessliche Momente mit meiner kleinen eigenen Familie. Meinen 2018 geborenen Sohn jeden Tag weiterhin so strahlend und glücklich aufwachsen zu sehen, ist mein größter Wunsch.

3. Handballliga der Frauen in Südniedersachsen eine Utopie?

„Wir haben die Erfahrung der 3. Liga in Plesse eine Saison ja schon gemacht. Der Sprung zwischen Oberliga und der 3. Liga ist enorm groß“, sagt Lara Al Najem vor der HSG Plesse-Hardenberg. „Für die 3. Liga braucht man einfach auch einen bestimmten Stamm an erfahrenen höherklassigen Spielerinnen. Die bekommt man in der Region eben nur, wenn man ihnen auch finanzielle Mittel bieten kann.“

Die Rosdorferin Maite Gutenberg fügt an: „Um die 3. Liga zu halten, müssten alle regionalen Vereine kooperieren und an einem Strang ziehen. Und selbst dann ist der Unterschied einfach groß zwischen den Ligen. Man müsste langfristig planen, ansonsten bleibt die 3. Liga wohl immer nur ein kurzes Abenteuer.“ Der aktuelle Oberliga-Spitzenreiter MTV VJ Peine hat einem möglichen Aufstieg 2020 in die 3. Liga bereits eine Absage erteilt.

Franziska Gräser von der HSG Göttingen ist der Überzeugung, dass es zwischen Oberliga und 3. Liga noch eine Klasse geben müsste.