09122017 muenden bericht gtPlesse gewinnt Derby, verliert aber Trainer
HSG feiert gegen Münden 27:23-Sieg / Böning-Grebe hört nach Saison auf
Bovenden. Nach sechs Niederlagen in Folge hat die HSG Plesse-Hardenberg endlich wieder einmal gewonnen. Das Burgenteam schlug in der Handball-Oberliga vor nicht einmal 300 Zuschauern die TG Münden mit 27:23 (16:14). Zuvor hatte Dietmar Böning-Grebe bekanntgegeben, dass er für die kommende Saison nicht mehr als Trainer des Oberligisten zur Verfügung steht. Der 59-jährige Coach war 2015/16 beim damaligen Verbandsligisten HSG Plesse-Hardenberg als Nachfolger von Jens Wilfer wieder auf den Trainerstuhl zurückgekehrt.

Indes verliehen die HSG und ihr Anhang der Freude über die zwei wichtigen Punkte Ausdruck: „Wir waren von Anfang an wach und griffig. Meine Mannschaft wollte den Sieg unbedingt“, freute sich Trainer Böning-Grebe über den verdienten Sieg. „Natürlich tut es weh, dass wir im Kampf gegen den Abstieg so ein Spiel verlieren“, war hingegen TG-Coach Matthias Linke sichtlich geknickt. Jann Rentsch, Kapitän der Gäste, wurde konkreter: „Wir haben verdient verloren, weil wir uns letztlich selbst geschlagen haben. Dabei haben wir gut angefangen und konsequent auf gute Gelegenheiten gewartet.“

Die Drei-Flüsse-Städter hatten sich vor dem Wechsel bis 7:5 (10.) mehrfach einen Zwei-Tore-Vorsprung erspielt. Doch dann hielt der einmal mehr stark auftrumpfende Christian Wedemeyer einen Siebenmeter von Mündens bestem Torjäger Backs (67 Treffer) und gab damit seinen Vorderleuten weiteres Selbstvertrauen. Und die drehten das Spiel, führten 10:8 (19.) und später sogar 16:11 (27.). „Wir haben gut Tempo gemacht und wussten, dass Münden etwas abbauen wird“, zog Jan-Niklas Falkenhain zur Pause eine erste Zwischenbilanz. Der an der Schulter lädierte Rückraumspieler ist mittlerweile wieder ins Training eingestiegen und gab von der Bank aus seinen Teamkollegen immer wieder wichtige Tipps.

„Am Anfang stand unsere Deckung nicht so gut. Wir haben aber dann TG-Torjäger Grambow immer besser im Griff gekriegt“, urteilte Falkenhain. Im Nachhinein war die starke Deckungsarbeit ein zentrales Thema. „Wir haben den Sieg gewollt und durch eine konzentriere Abwehrleistung auch eingefahren“, freute sich HSG-Kapitän Sebastian Herrig. Bis auf 20:16 (36.) enteilte das Burgenteam, das sich auch in engen Phasen nicht aus der Bahn werfen ließ.

TG ist am Ende „einfach platt“

Genau das ärgerte auf der Gegenseite Routinier Jens Wiegräfe sichtlich, ebenso der vergebene Siebenmeter von Christian Grambow, der an Torwart Markus Ahlborn scheiterte. „Am Ende waren wir einfach platt“, so Wiegräfe, der noch einmal auf 21:22 (49.) verkürzte.

Doch dann zog die souverän aufspielende HSG wieder auf 26:22 davon und verteidigte den Vorsprung in der Schlussphase sogar in doppelter Unterzahl. Und das auch noch ohne die verletzten Eike Gloth und Marvin Grobe sowie den Urlauber Malte Lapschies. „Das war eine tolle Teamleistung“, freute sich Allrounder Malte Sültmann. „Ein schönes Gefühl, dass wir endlich wieder einmal gewonnen haben“, sagte Rückraumspieler Malte Jetzke. – HSG: Sültmann (7), P. Schindler (5), Brand (5/2), Herrig, Jetzke (je 4) Endler (2). – TG: Backs (6/1), Grambow (6/3), Wiegräfe (5), Benda, Rentsch (je 2), Bolse, Michalke (je 2).

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Plesses Sebastian Herrig (M) spielt gegen Mündens Björn Prinz (r).
 Quelle: Swen Pförtner