Niederlage in eigener Halle
TG Münden muss nach 22:28 im Derby gegen HSG Plesse weiter zittern
21042018 muenden bericht hnaHann. Münden. Die TG Münden muss in der Handball-Oberliga auch zwei Spieltage vor Saisonschluss weiter um den Klassenerhalt bangen. Anstatt des erhofften Befreiungsschlags setzte es für die Mündener im Südniedersachsenderby gegen die HSG Plesse-Hardenberg vor eigenem Publikum eine klare 22:28 (13:15)-Heimniederlage. Lange nach dem Schlusspfiff saß TG-Trainer Matthias Linke noch fassungslos auf der Bank. „Ich habe keine Ahnung, was da heute los war“, meinte er zutiefst enttäuscht. An der Einstellung habe es ganz sicher nicht gelegen. „Aber wenn du im Angriff so viele Bälle wegschmeißt, hast du am Ende keine Chance“, monierte er die hohe Zahl technischer Fehler.

Wer geglaubt hatte, dass die Hardenberger, die zuletzt dreimal in Folge verloren hatten und für die es in dieser Saison um nichts mehr geht, mit halber Kraft spielen würden, sah sich sofort getäuscht. Wild entschlossen nahmen sie vom Anpfiff weg den Kampf an und machten den Mündenern mit einer aggressiven 5:1-Deckung sowie konzentriert vorgetragenen Angriffen das Leben schwer. Weil die TG jedoch gut dagegen hielt und ihrerseits zunächst immer wieder vor allem aus dem Rückraum zum Torerfolg kam, sahen die rund 300 Zuschauer in der Gymnasiumshalle (davon mehr als 50 mitgereiste HSG-Fans) eine ausgeglichene erste Halbzeit, in der die Gäste sich kurz vor der Pause einen Zwei-Tore-Vorsprung erspielten.

Was dann zu Beginn des zweiten Durchgangs passierte, ließ den bis dahin begeistert mitgehenden TG-Anhang verstummen. Mit vier Toren in Folge baute die HSG ihren Vorsprung innerhalb von fünf Minuten auf 19:13 aus und profitierte dabei auf die eingangs von Linke bemängelten technischen Fehler seiner Jungs. Weil ihnen diese auch in der Folge immer wieder unterliefen (vor allem beim Anspiel an den Kreis) und der zur Pause eingewechselte Markus Ahlborn im HSG-Tor die Mündener schier zur Verzweiflung trieb, gelang es den Gastgebern nicht, den Rückstand zu verkürzen. So kam es, dass die HSG-Fans schon zehn Minuten vor Schluss „Auswärtssieg, Auswärtssieg“ skandierten. Eine zusätzliche Demütigung für Linke und sein Team, das damit nach der 23:27-Hinspielniederlage auch das zweite Duell verlor.

Auch wenn der Stachel am Ende tief saß, hatte der Spieltag für die TG doch auch etwas Gutes: Weil sowohl der TV Jahn Duderstadt als auch die HSG Rosdorf-Grone ihre Spiele verloren, beträgt der Vorsprung der Mündener auf die Abstiegszone nach wie vor drei Punkte. Da sollte es schon mit dem Teufel zugehen, wenn das am Ende nicht für den Klassenerhalt reicht.

TG Münden: Mindermann, Görtler – Grambow 5/1, Pfaffenbach 4, Backs 4/1, Bolse 3, Michalke 2, Wiegräfe 2, Rentsch 2, Schilke, Hartig.

21042018 muenden bericht hna

Hochgestiegen: Niklas Bolse beim Wurf gegen den Plesser Sebastian Herrig.  
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