05052018 oberliga gtHG Rosdorf-Grone setzt auf Neustart in der Verbandsliga
Schlusslicht HG Rosdorf-Grone verabschiedet sich am Sonnabend aus der Handball-Oberliga mit dem Heimspiel gegen die HF Helmstedt-Büddenstedt. Zur gleichen Zeit steigt das Derby zwischen dem TV Jahn Duderstadt und der HSG Plesse-Hardenberg.

HG Rosdorf-Grone – HF Helmstedt-Büddenstedt (Sonnabend, 19.30 Uhr, Sporthalle Rosdorf). „Wir müssen jetzt alle an einem Strang ziehen, alle wollen weiter Oberliga-Handball in Rosdorf sehen“, beschwor vor knapp einem Jahr Trainer Lennart Pietsch nach seiner kurzfristigen Berufung als Männercoach. Damals hatte der als Nachfolger von Gernot Weiss verpflichtete Franzose Christian Caillat der HGRG Anfang Juli 2017 völlig überraschend mitgeteilt, als Trainer nicht zur Verfügung zu stehen. Caillat schlug später den deutlich lukrativeren Weg zur „Zweiten“ von den Füchsen Berlin ein, mit denen er jüngst erst in die 3. Liga aufgestiegen ist.

Eine „extreme Umbruchsituation“ (Pietsch) stand bei der HG ins Haus. Fast ein halbes Dutzend Leistungsträger verließen die HG. „Wir holen keine externen Spieler“, bekräftigte damals HG-Sprecher Rainer Mündemann. „Wir wollen A-Jugendliche auf Oberliga-Niveau bringen.“ Doch am Ende der Saison steht nur der Abstieg und damit der Weg in die Verbandsliga. Dort versucht nun mit Marcus Wuttke ein alter Bekannter als Cheftrainer sein Glück, und Pietsch kümmert sich dann um die Jugend. „Wir nehmen den Abstieg als Chance, um uns neu auszurichten und im Kreis Göttingen wieder attraktiv für junge hungrige Spieler zu werden“, so Wuttke, der mit Torjäger Philipp Nörtemann vom zukünftigen Ligakonkurrenten MTV Geismar und dem in Göttingen studierenden Kreisläufer Jannik Breitmeyer vom Oberligisten SG Börde Handball schon zwei neue externe Spieler hat. Weitere sollen folgen. Fest steht: Im Rahmen der Neuausrichtung im Herrenbereich und der ersten Mannschaft in der Verbandsliga wird die „Zweite“ statt bisher in der Landesliga zukünftig in der Regionsoberliga starten. „Hier sollen junge Spieler und auch der ältere Jahrgang der A-Jugend an den Herrenbereich herangeführt werden“, blickt Trainer Wuttke bereits in die Zukunft.

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Till Herthum (r.) und seine Mitspieler der HG Rosdorf-Grone verabschieden sich vor dem heimischen Publikum aus der Oberliga. Quelle: Schneemann


Es bleibt nur noch das Duell mit der TG Münden

TV Jahn Duderstadt – HSG Plesse-Hardenberg (Sonnabend, 19.30 Uhr Sporthalle „Auf der Klappe“ Duderstadt).

Es ist das letzte Derby in der zu Ende gehenden Saison. Bedauerlich für das Burgenteam: Nach dem Abstieg des TV Jahn Duderstadt und der HG Rosdorf-Grone wird es nur noch ein Südniedersachsenderby gegen die TG Münden geben.

Die Drei-Flüsse-Städter konnte die Klasse trotz der zuletzt elf sieglosen Spiele die Klasse halten. Letztmals hatte die TG am 27. Januar mit 31:29 gegen den TV Jahn Duderstadt gewonnen: „Schadenfreude kann da nicht aufkommen“, meint TG-Trainer Matthias Linke, „denn für uns ist der Abstieg unserer Nachbarn auch keine gute Nachricht.“ Torjäger Christian Grambow und Kapitän Jann Rentsch beendet in Münden ihre Laufbahn. Außerdem geht Rechtsaußen Daniel Lieberknecht zum nordhessischen Oberliga-Absteiger TSV Vellmar.

Übrigens: Noch ein Stück Erinnerung drängt sich aus gemeinsamen Derbys zwischen der HSG Plesse-Hardenberg und dem TV Jahn Duderstadt auf: Das Hinspiel der zu Ende gehenden Saison hatte das Burgenteam unerwartet deutlich mit 35:26 (17:14) gewonnen. Aus dem mit großer Spannung erwarteten Duell Brand gegen Brand wurde nichts. HSG-Torjäger Christian Brand hatte damals kurzfristig vor dem Spiel aus persönlichen Gründen abgesagt. Und der Duderstädter Justin Brand blieb an diesem Tag hinter den Erwartungen zurück.
Von Ferdinand Jacksch