20181202 braunschweig bericht hnaErste Heimpleite für die Plesse-Männer
Bovenden. Mit 20:31 (8:15) kassierten die Oberliga-Handballer der HSG Plesse-Hardenberg am Sonntagnachmittag in der mäßig besuchten Bovender Sporthalle am Wurzelbruchweg gegen den MTV Braunschweig II die erste Heimniederlage der laufenden Saison. Ohne den erkrankten Daniel Menn und den immer noch kranken Marvin Grobe angetreten, fand die HSG zu keinem Zeitpunkt wirklich ins Spiel. Vom ersten Angriff an diktierten die körperlich wesentlich präsenteren Braunschweiger das Geschehen in der Halle. Ihre Abwehr stand wie eine Mauer, an der sich einzelne HSGer den Kopf einrannten, und im Angriff setzten sich die robust zu Werke gehenden Gäste immer wieder erfolgreich gegen die Abwehrversuche des Burgenteams durch.

Schwächste Offensivleistung
Auf der Gegenseite lieferten die Angreifer der Hausherren die schwächste Offensivleistung der bisherigen Hinrunde ab: Den nur acht Toren bis zur Pause (!) standen in den ersten 30 Minuten gleich 13 Fehlversuche oder technische Fehler der HSG gegenüber. Deren Trainer Artur Mikolajczyck nach dem Spiel: „Wir haben heute aus dem Rückraum keinen Druck auf das Braunschweiger Tor entwickeln können.“

Stimmt – doch das war es nicht allein: Auch am Kreis fand keiner zur Normalform. Und dass das Fehlen von Grobe (Mikolajczyck: „Seine Routine im Rückraum fehlte“) oder von Menn („Mit ihm am Kreis wäre mehr drin gewesen“) ein Nachteil für das Team war, sei unbestritten, doch wirklich ursächlich für die Niederlage – und hier vor allem für deren Höhe – war das kaum.

Verblüffend war, wie unpräzise und mit fortschreitender Spieldauer mutlos die Versuche des Burgenteams ausfielen. Wann hat es das gegeben, dass ein Henner Brand nur einmal aus dem laufenden Spiel trifft und dass ein Patrick Schindler, gehandicapt durch seine Rückenprobleme, überhaupt kein Tor beisteuert?

Die Abwehr hat zwar alles versucht, das Desaster zu verhindern – vorneweg Torhüter Lennart Gees, der in den 40 Minuten seines Wirkens als einziger eine wirklich überzeugende Leistung ablieferte – doch sie ließ sich von den Gästen immer wieder aus dem Weg räumen, sodass die über ihren Körpereinsatz zu verhältnismäßig leichten Toren kamen, wobei ihnen auch die vielen HSG-Ballverluste in der Offensive halfen. Aus dem 6-0, bzw. 5-1 ab der 12. Minute machte die HSG im zweiten Durchgang ein 4-2, als sie Lars Körner (markierte sechs Feldtore) und Folke Smidt (11/3) eng markierte. Es half nicht wesentlich.

Ein gebrauchter Tag
Mikolajczyck fasste schließlich die 60 Minuten in einem Satz zusammen: „Das war ein gebrauchter Tag.“

HSG:Gees (1. - 30. und ab 50.), Wedemeyer (31. - 49.) - Sültmann 5, Brand 5/4, Herrig 3, Crazius 2, Gloth 2, Arndt 1, Schäfer 1, S. Schindler 1, Büttner, Funke, P. Schindler, Winkelmann. (eko)

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Frei durch am Kreis: Plesses Sebastian Herrig (Mitte) hat sich gegen Braunschweigs Gerrit Holste (20) und Philipp Benckendorf (35) durchgesetzt und erzielt einen seiner drei Treffer.  
© Hubert Jelinek/gsd