Couragierter Auftritt wird nicht belohnt

Zum Auftakt der Oberliga-Saison 2019/20 kam der Lehrter SV als Gast in den Wurzelbruchweg. Das neu formierte junge Team der HSG Plesse-Hardenberg ging nach zwölf anstrengenden Vorbereitungswochen hoch motiviert in die Partie.

Im ersten Abschnitt stellte vorne vor allem Raffael Pogadl die Abwehr der Hannoveraner vor Probleme. Er und mit Lennart Gees ein gut aufgelegter Keeper waren hauptverantwortlich für die 20-minütige Führung der Hausherren. Über 4:3, 6:4 und 8:6 gelang es der HSG jedoch nie, sichabzusetzen und so konnten die Gäste eine aus ihrer Sicht weniger gute erste Halbzeit ohne Rückstand beenden – beim Stand von 11:11 wurden die Seiten gewechselt.

Auch die zweite Halbzeit begann gut aus der Sicht des Burgenteams: nach wenigen Minuten konnte man einen kleinen Lauf hinlegen und sich dank hoch motivierter Abwehr und zwei Paraden erstmals auf drei Tore (16:13) absetzen. Die Stimmung im Team und in der Halle kochte und jeder glaubte an den Auftaktsieg. Was dann folgte, brach dem Team letztlich das Genick: in sechs Minuten verrannte man sich zu sehr in der nun besser stehenden Deckung der Gäste und kassierte durch schnelle Tore in der ersten und zweiten Welle einen 0:6-Lauf, welcher die drei Tore Führung zu Gunsten des LSV drehte. Das Team von Trainer Lutz Ewert, welches einige Jahre an Drittliga-Erfahrung aufweisen kann, war nun in einer komfortablen Situation und spielte das Spiel von hier an clever runter. Zehn Minuten vor Schluss kam Plesse zwar noch einmal auf zwei Tore ran – durch eine fragwürdige zwei Minuten-Strafe wuchs der Rückstand jedoch schnell wieder auf vier Tore, was sieben Minuten vor dem Ende die Vorentscheidung bedeutete. Am Ende leuchtete eine 22:27-Niederlage auf, die wahrscheinlich zwei bis drei Tore zu hoch ausfiel, um den Spielverlauf darzustellen. Lehrte musste sich lange Zeit sehr strecken, um die ersten zwei Punkte mitzunehmen.
Aus Sicht der HSG macht die Leistung und die Art und Weise, wie man den Kampf angenommen hat, Mut für die Saison. Die Schwächephase ist zu großen Teilen mit der fehlenden Erfahrung des Kaders und einem enorm jungen Rückraum zu erklären. Das Team wird schnell aus solchen Situationen lernen und ist definitiv in der Lage, für einige Überraschungen in der Saison zu sorgen.

Schwerer als die Niederlage wiegt die Verletzung vom erfahrenen Linksaußen und „emotional leader“ Malte Sültmann, der sich einen Mittelhandbruch zuzog und operiert werden muss. Auch hier nochmal alles Gute und eine optimale Genesung, Sülti!
Für die HSG spielten: Gees, Kubanek (beide TW) – Sültmann (7), Pogadl (4), Schindler (3), Menn, Funke, Winkelmann (je 2), Herrig, Büttner (beide 1), Schliesing, Arndt, Kljak