Leistungssteigerung hilft Plesse-Männern nicht mehr

03.10.2019 hameln bericht hna

Sieben Mal erfolgreich: Plesses Raffael Pogadl (am Ball) versucht, sich gegen Hamelns Jasper Pille durchzusetzen. © Hubert Jelinek/gsd

Bovenden - Auch der vierte Versuch, in der Oberliga wenigstens einen Punkt einzufahren, scheiterte: Am Donnerstagabend unterlagen die Handballer der HSG Plesse/Hardenberg in der Sporthalle am Wurzelbruchweg dem VfL Hameln verdientermaßen mit 19:27 (7:14).

Allerdings lohnt ein näherer Blick auf das Spielgeschehen: Nach einer völlig indiskutablen ersten Hälfte trat nach der Pause dann doch ein anderes Heimteam auf. Jetzt wurde der schon vor der Pause gezeigte Einsatzwille auch mal mit Toren belohnt. Die Gäste, die sich als ein Oberliga-Spitzenteam präsentierten, waren nun nicht mehr in der Lage, ihren Vorsprung so kontinuierlich auszubauen wie noch vor der Pause: 2:0 (3. Minute), 7:3 (12.) und 12:5 (18.). Was zur Halbzeit ein Desaster zu werden drohte, wurde durch die kämpferische Leistung und die spielerische Steigerung nach der Pause noch abgefedert.

Dennoch bleibt festzuhalten: Auch wenn es bisher fast ausnahmslos gegen Mannschaften des oberen Bereiches der Oberliga ging, in dieser Form ist das Burgenteam ein Abstiegskandidat!

Das Hauptübel ist die völlig unzureichende Chancennutzung. In 60 Minuten trafen überhaupt nur fünf der zwölf Feldspieler ins VfL-Tor. Sie teilten sich in 19 Tore. Weitere 22 Versuche (!) wurden vergeben: Acht Mal parierten Hamelns gute Schlussleute die HSG-Würfe, sieben Mal zielten die Burgenhandballer daneben, zwei Mal retteten Pfosten oder Latte für den VfL und fünf Mal fand der zum Teil unbedrängt gespielte Pass nicht den eigenen Mann. Zu viele Ballverluste, um auf Zählbares zu hoffen.

HSG-Trainer Artur Mikolajczyck nach einem kurzen Lob für den Gast („Das war Hamelns bestes Saisonspiel.“) zu den eigenen Problemen: „Eigentlich wollten wir aus einer sicheren Abwehr mit Tempo zu Toren kommen. Das hat nicht geklappt, weil die Hamelner unseren Spielaufbau blockierten.“ Die Torflaute aus der zweiten Reihe müsse man zwar bekämpfen, aber „mehr als Abschlüsse trainieren kann man kaum machen“. Man müsse, so auch Kapitän Sebastian Herrig, durch intensives Training auf eine Verbesserung hinarbeiten, „dann kommen auch die Punkte“.

Eines der Kernprobleme für die jungen, Oberliga-unerfahrenen Spieler dürfte das in der Oberliga höhere Tempo sein, das von den Spielern eine erhöhte Handlungsschnelligkeit fordert. Hier die jeweils richtige Entscheidung zu fällen, will gelernt sein – und lässt sich nur durch Erfahrung in der Praxis lernen.

HSG: Gees (bis 19.), Wedemeyer - Pogadl 7, Funke 4, Lange 4, Herale 3/1, Kljak 1, Arndt, Büttner, Crazius, Herrig, Menn, Schliesing.  zdz