TV Jahn Duderstadt entscheidet Derby bei HSG Plesse-Hardenberg für sich

Auch im Derby gab es für den Handball-Oberligisten HSG Plesse-Hardenberg nichts zu holen: Vor rund 200 Zuschauern in der Bovender Halle am Wurzelbruchweg unterlag die HSG dem TV Jahn Duderstadt mit 24:26 (10:15) – und muss als Schlusslicht weiter auf die ersten Punkte der Saison warten. Dabei profitierten die Gäste aus dem Eichsfeld von einem Blitzstart, einhergehend mit einer HSG-Defensive, die dem Gegner nichts entgegenzusetzen hatte – wie ein Messer durch die weiche Butter kamen die Jahn-Akteure immer wieder zu leichten Abschlüssen, angeführt von Justin Brand und Jannik Burgdorf im Rückraum. Schnell hatte sich der TV Jahn einen 7:2-Vorsprung herausgeworfen (12.), zumal auch Til Winkler nun begann, den Turbo zu zünden. Dabei mussten die Duderstädter neben dem nach wie vor verletzten Matija Junakovic ab der 7. Minute auch auf Kristijan Smilijcic verzichten, der nach einem Ellbogentreffer am Kinn zunächst benommen auf der Bank Platz nahm und erst nach der Pause wieder zum Einsatz kam.

Was der HSG in dieser Phase nicht abzusprechen ist: Der Gastgeber gab weiter Gas und versuchte, das scheinbar Unmögliche doch noch möglich zu machen. Vor allem Raffael Pogadl (am Ende 8 Treffer) und Malte Sültmann (7) war es zu verdanken, dass der Rückstand nicht noch größer wurde. Die Maßnahme, Brand in kurze Deckung zu nehmen, fruchtete allerdings nicht – dann traf eben Winkler. Lennart Gees im HSG-Tor hielt gegen Winkler in der 22. Minute seinen ersten Ball, Sültmann traf im Gegenzug zum 8:13 und versuchte wild gestikulierend, die Plesse-Anhänger zu mobilisieren – doch die Jahner hatten stets die richtige Antwort parat. Allerdings schlichen sich gegen Ende des Durchgangs die ersten Lässigkeiten im Duderstädter Spiel ein.

Wer trotzdem gedacht hatte, dass die Eichsfelder ihren Vorsprung im zweiten Durchgang ausbauen, sah sich getäuscht, denn aus der Kabine kam eine wild entschlossene HSG, die nun auch defensiv kompakter stand. Außerdem lief Gees zu großer Form auf, und beim 15:18 durch Felix Funke (40.) sprang der Funke über – hier könnte noch was drin sein! Dem schob in entscheidenden Momenten allerdings der wieder genesene Smilijcic einen Riegel vor – die individuelle Qualität des TV Jahn ist aktuell einfach etwas größer. So blieb Plesse-Hardenberg bis zum Schluss dran, doch auf weniger als zwei Tore kam der Gastgeber nicht mehr heran. Die HSG hatte aufopferungsvoll gerackert und zu verstehen gegeben: Kampflos schenken wir die Saison nicht ab.

„Wir waren über die gesamte Spielzeit hinweg die stärkere Mannschaft, haben es aber nicht geschafft, ein, zwei Tore zuzulegen“, sagte ein durchaus zufriedener Jahn-Vorsitzender Ekkehard Loest. „Wichtig war, dass wir auswärts zwei Punkte geholt und im Derby gewonnen haben.“ Der HSG wünsche er „von Herzen“, dass sie die Klasse hält. „Ich hatte nie das Gefühl, dass wir das Spiel verlieren könnten“, ergänzte Jahn-Trainer Christian Caillat.

HSG-Trainer Artur Mikolajczyk sprach von der besten Saisonleistung seines Teams. „Wir spielen am Limit, nur hatten wir in der ersten Halbzeit auf der Torhüterposition nicht so viel Unterstützung, sonst wäre der Rückstand nicht so groß gewesen.“ Er sei stolz auf die Leistung: „Man hat gesehen, wir haben Potenzial. Wir müssen die Leistung aber im Handball-Alltag konservieren.“

Tore HSG:Pogadl (8/1), Sültmann (7/2), Funke (3), Menn, Winkelmann (je 2), Herale (1/1), Crazius (1). – Tore TV Jahn: Brand (8/2), Burgdorf (5), Smilijcic (4), Winkler (3), Skopic (2), Cejka, Osei-Bonsu, Ruck, Isermann (je 1).