Jahn Duderstadt dominiert Derby bei HSG Plesse

Die Serie der Misserfolge setzte sich für die Oberliga-Handballer der HSG Plesse-Hardenberg am Samstag in der Halle am Wurzelbruchweg fort: Im Südniedersachsenderby vor gut 200 Zuschauern unterlagen sie dem Oberliga-Rückkehrer TV Jahn Duderstadt verdient mit 24:26 (10:15).

Duderstadts Trainer Christian Caillat hatte sich sichtlich darüber geärgert, dass es im Vorfeld geheißen hatte, dies sei für die HSG Plesse die erste lösbare Aufgabe. Nach dem Abpfiff kommentierte er höchst zufrieden: „Wir haben das Spiel von der ersten bis zur letzten Minute dominiert. Und ich hatte zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, wir könnten hier verlieren.“ Seine einzige Kritik galt seinen Außen „die heute nicht ihren besten Tag erwischt haben“.

Artur Mikolajczyck, der Trainer des Burgenteams, machte es kurz: „Duderstadt war heute besser. Stolz bin ich aber darauf, wie meine Mannschaft sich nach der Pause präsentiert hat.“

Vor der Pause gab es im Lager der Hausherren allerdings wenig Anlass zur Freude: Die Abwehr ließ dem ständig rochierenden Rückraum der Eichsfelder (Till Winkler, Justin Brand, Jannik Burgdorf und Kristijan Smilijcic) immer wieder die – konsequent genutzte – Freiheit zum Wurf oder zum Pass an den Kreis. Der HSG-Angriff fand in der ersten 30 Minuten – weitgehend – nicht statt.

Acht Fehlwürfe (darunter ein Siebenmeter und Tempogegenstöße) und eine Reihe von Ballverlusten ließen den Gast rasch nach vorne gehen. Über 7:2 (12. Minute) baute er seine Führung bis auf 13:6 (20.) aus. Zu diesem Zeitpunkt schien nur noch fraglich, wie hoch die Klatsche ausfallen würde. Umso erfreulicher war dann die Leistungssteigerung des BurgenTeams im zweiten Durchgang. Plötzlich fasste die Abwehr zu, die sich auf den nach der Pause überragenden Lennart Gees verlassen konnte (elf Paraden, darunter ein Siebenmeter und ein Tempogegenstoß!), und die Wurfquote verbesserte sich deutlich, wenn hier auch in Sachen (überhastete) Tempogegenstöße Luft nach oben zu sein scheint. Bleibt die Frage, was passiert wäre, wenn sich Mikolajczyck früher als zur 55. Minute dazu entschlossen hätte, von seiner 6-0-Deckung über 5-1 (Felix Funke kümmerte sich um Brand) zur offenen Deckung überzugehen: Die Duderstädter kamen damit überhaupt nicht zurecht!

Was bleibt, ist, dass die Eichsfelder zeigten, warum Braunschweigs Trainer Mudrow sie unter die Geheimfavoriten einordnet, und dass das Burgen-Team zum wiederholten Male eine gute Halbzeit zeigte, das aber eben nicht konstant auf 60 Minuten ausbauen kann. Bei allem Lob für das unverzagte Spiel: Für das Burgenteam wird es Zeit zu punkten, sonst droht die Konkurrenz zu enteilen und der Druck auf die Schlüsselspiele wächst enorm.

PS. Remis endete das Duell der lauten Trommlergruppen.

HSG:Gees, Wedemeyer - Lange, Sültmann 7/2, Herrig, Herale 1/1, Arndt, Crazius 1, Funke 3, Pogadl 8/1, Schliesing, Menn 2, Büttner, Kljak.

TV Jahn: Krüger, Klocke - Grolig, Ruck 1, Heim, Skopic 2, Smilijcic 4, Osei-Bonsu 1, Isermann 1, Rollheuser, Burgdorf 5, Brand 8/2, Cejka, Winkler 3.  eko