1.Herren Stadtoldendorf HNA„Wir werden uns zerreißen und ich glaube an die Jungs“

INTERVIEW - Die HSG Plesse-Hardenberg ist Tabellenletzter in der Handball-Oberliga

VON EDZARD KORTE

Bovenden/Nörten – Nach neun Niederlagen in den ersten neun Spielen steht die HSG Plesse-Hardenberg in der Handball-Oberliga vor den Wochen der Wahrheit: Am Sonntag geht es zum Aufsteiger TSV Stadtoldendorf (13. mit 2:16 Punkten; Anpfiff: 17 Uhr), am Samstag drauf kommt der TSV Burgdorf III (11./4:14) in die Halle am Wurzelbruchweg und dann steht – nach dem Heimspiel gegen den Drittliga-Absteiger Großenheidorn am 15. Dezember – zum Hinrundenabschluss am 11. Januar 2020 das Auswärtsspiel beim TSV Barsinghausen (10./6:12) auf dem Programm. Für den Klassenerhalt sollten aus diesen vier Spielen sechs Punkte her. Ob und wie das gelingen kann, verrät HSG-Trainer Artur Mikolajczyk im Interview.

Herr Mikolajczyk, vor Saisonbeginn standen sie aufgrund der personellen Veränderungen im Kader vor der Aufgabe, eine neue Mannschaft zu formen, die in der Oberliga mitspielen kann. Wie weit ist dieser Prozess gediehen, und wo gibt es noch Handlungsbedarf?

Wir sind mit faktisch nur vier oberligaerfahrenen Spielern in die Saison gestartet: einem Torhüter, zwei Kreisläufern und einem Außenspieler. Es war also klar, dass es schwer werden würde, auf Oberliganiveau mitzuspielen. Eine hohe Anforderung kann zwar motivierend sein, partiell aber auch nachteilig für eine Entwicklung werden und dadurch den Lernprozess verlängern oder ihn sogar behindern. Als Mannschaft und als Verein haben wir diese Herausforderung angenommen und arbeiten – selbst im Schatten der bisherigen numerischen Misserfolge – hart an uns. Und die ersten spielerischen Lichtblicke sind schon erkennbar. Ich selber bin aber weit davon entfernt, zufrieden zu sein. Der Status quo ist von meinem persönlichen Anspruch noch weit entfernt.

Wie hat der Kader die Niederlagenserie weggesteckt?

Auch wenn das Verlieren keinem von uns Spaß macht, so ist doch das Erstaunliche: Die Jungs wollen und werden nicht aufgeben! Sie glauben an sich, und davon lebt die HSG.

Das Hauptproblem ist derzeit der unzureichende Abschluss. Wie kann man dem am Besten beikommen: Training, Training, Training oder doch – wenn überhaupt möglich – ein neues Gesicht?

Ich würde mich als Trainer natürlich über einen oder zwei erfahrene Rückraumspieler freuen, doch mein Job als Coach ist es, die Jungs besser zu machen. Und ich bin mir sicher, dass sich die harte Arbeit irgendwann auszahlen wird.

Wie zuversichtlich gehen Sie in den Hinrundenendspurt?

Passieren kann alles, denn die Mannschaften, gegen die wir um den Verbleib in der Liga spielen, sind mit uns auf Augenhöhe. Aber ich glaube an die Jungs, und ich weiß, dass wir uns zerreißen werden, um jedes Spiel zu gewinnen.

1.Herren Stadtoldendorf HNA

Neun Spiele, neun Pleiten: Plesses Trainer Artur Mikolajczyk stemmt sich mit seinem Team gegen den Abstieg aus der Oberliga. Foto: Hubert Jelinek/nh