Duderstadt empfängt Plesse: Derby im Tabellenkeller

Derbys haben ihre eigenen Gesetze: Dagegen hat der TV Jahn Duderstadt etwas, wenn er am Sonnabend in der Handball-Oberliga die HSG Plesse-Hardenberg empfängt. Der Heimvorteil und die bessere Platzierung in der Tabelle sprechen für die Eichsfelder.

Spiel eins nach der vorzeitigen Trennung von Trainer Christian Caillat: Am Sonnabend, 7. März, empfangen die Oberliga-Handballer des TV Jahn Duderstadt die HSG Plesse-Hardenberg in der Sporthalle „Auf der Klappe“. Das Südniedersachsen-Duell steht voll und ganz im Zeichen des Abstiegskampfes. Anpfiff der Partie ist um 18 Uhr.

Wie ist die Ausgangslage?
Nur drei Zähler trennen den TV Jahn Duderstadt derzeit von einem Abstiegsrang. Die 20:31-Niederlage beim TV 1887 Stadtoldendorf am vergangenen Wochenende war ein weiterer Rückschlag im Kampf um den Ligaverbleib – und das neunte Spiel in Serie ohne Sieg. Die Eichsfelder haben sieben Spiele vor Saisonende ebenso wie Stadtoldendorf, Barsinghausen und Burgdorf III 12:26 Punkte auf dem Konto.

Wo steht der Gegner?
Die Lage der HSG Plesse-Hardenberg ist noch um Längen prekärer. Das Schlusslicht der Tabelle (2:36 Punkte) wartet weiterhin auf den ersten Saisonsieg. Der Klassenerhalt ist bei zehn Punkten Rückstand auf das rettende Ufer wohl nur noch theoretisch möglich. Zuletzt konnte die Mannschaft von Trainer Artur Mikolajczyk jedoch mit einer guten Leistung gegen Spitzenreiter Braunschweig auf sich aufmerksam machen. Die HSG unterlag dem Ligaprimus am vergangenen Wochenende vor eigenem Anhang nur mit 22:27.

Wie verlief das Hinspiel?
Rund 200 Zuschauer sahen Anfang November ein enges Derby in der Bovender Sporthalle am Wurzelbruchweg. Zwar erspielten sich die favorisierten Duderstädter in der ersten Spielhälfte einen komfortablen Vorsprung und führten zur Pause mit 15:11. Doch nach dem Seitenwechsel verkürzten die Gastgeber und sorgten dafür, dass der Ausgang der Partie bis in die Schlussminuten offenblieb. Das Spiel drehen konnte die HSG jedoch nicht, und der TV Jahn feierte den knappen 26:24-Erfolg mit einer Humba.

Welche Bedeutung hat das Rückspiel für den TV Jahn?
„Das Spiel ist Abstiegsduell und Derby zugleich und deshalb enorm wichtig für uns“, betont TV Jahn-Spieler Mikulas Cejka. „Wir müssen jetzt die Punkte holen, um unsere Position im Abstiegskampf zu stärken.“ Auch Ekkehard Loest, Vorsitzender des TV Jahn, hebt die Brisanz der Partie hervor: „Die Mannschaft steht bei einem Derby immer unter Druck. Plesse hat nichts zu verlieren und ist deshalb ein sehr unangenehmer Gegner. Aber wir wollen auf uns schauen. Wenn die Mannschaft ihre Leistung auf die Platte bekommt, müssten wir gegen Plesse gewinnen.“ Spätestens nach der Trennung von Trainer Caillat sei nun bei allen angekommen, „dass der Baum brennt“, betont Torhüter Julian Krüger. „Wir müssen eine kompakte Abwehr stellen und daraus Gegenstöße laufen. Wenn das klappt, bin ich optimistisch. Wir müssen gewinnen, ansonsten wird es schwer, aus dieser Abwärtsspirale rauszukommen.“

Wie hat die Mannschaft den Caillat-Abgang aufgenommen?
Am Dienstag hat die Mannschaft als erstes Kenntnis von der Entscheidung erhalten, dass Christian Caillat das Traineramt nicht erst wie geplant zum Saisonende, sondern mit sofortiger Wirkung niederlegen wird. „Ich finde sehr, sehr schade, dass er uns verlässt“, sagt Cejka. „Ich kann aber absolut verstehen, dass er aufgrund der räumlichen Entfernung nicht die Zeit aufbringen kann, die diese Situation verlangt. Ich denke, dass Ekki und Christian die richtige Entscheidung getroffen haben, da vertraue ich drauf“, so der Linksaußen. „Man hat zuletzt gemerkt, dass es in Christian arbeitet und dass er nicht zufrieden mit der Situation ist. Er hat nicht mehr gewusst, wo er noch ansetzen kann. Ob die Trennung einen Impuls geben kann, werden wir jetzt sehen“, sagt Krüger.

Wer wird am Sonnabend auf der Bank sitzen?
Co-Trainer Matthias Heim und Loest leiteten unter der Woche die Trainingseinheiten und werden auch am Sonnabend voraussichtlich gemeinsam das Kommando haben. Dieses Modell soll jedoch nur übergangsweise bestehen. „Wir gehen davon aus, dass wir kurzfristig eine Trainerlösung präsentieren können“, sagt Loest, ohne dabei weiter ins Detail zu gehen.

Wie ist die personelle Situation?
Die Lage könnte aus Sicht der Eichsfelder durchaus besser sein. Matija Junakovic, der gegen Stadtoldendorf auf das Parkett zurückgekehrt ist, befindet sich weiterhin im Aufbautraining. Man merke, dass er noch erhebliche Trainingsrückstände aufweise, so Loest. Keine Überraschung nach viermonatiger Verletzungspause. Tim Isermann wird gegen Plesse-Hardenberg wieder im Kader stehen. Der Einsatz von Justin Brand, der aufgrund einer Knöchelverletzung gegen Stadtoldendorf ausgewechselt werden musste, ist dagegen fraglich. Gleiches gilt für Matthias Heim, der Beschwerden an der Leiste hat. „Wir hoffen, dass es am Wochenende wieder geht“, sagt Loest. Deni Skopic fehlt gesperrt.