Duderstadt und Plesse-Hardenberg teilen die Punkte im Kreisderby
07.03.2020 Duderstadt VolkerDas Südniedersachsen-Duell in der Handball-Oberliga hat keinen Sieger hervorgebracht: Der TV Jahn Duderstadt und die HSG Plesse-Hardenberg haben sich am Sonnabendabend vor 500 Zuschauern in der Sporthalle „Auf der Klappe“ mit 24:24 (14:9) getrennt. Während die einen mit dem Remis leben können, trauern die anderem einem verschenkten Zweier hinterher. Die Botschaft der Duderstädter Fans an ihre Mannschaft vor Spielbeginn war unmissverständlich: „Eure Pflicht: Arsch aufreißen für Fans und Verein“ und „Mit aller Gewalt Klassenerhalt“ stand auf Spruchbannern des Eichsfelder Anhangs.


Duderstadt dominiert zunächst das Spiel
Das Team kam diesem Appel zumindest in der ersten Halbzeit voll und ganz nach, denn Duderstadt dominierte das Spiel. Die Gastgeber gingen schnell mit 2:0 in Front (3.) und behielten während der gesamten ersten Spielhälfte die Oberhand. Über 7:4 (11.) und 9:5 (20.) setzte sich der TV Jahn bis zur Halbzeitpause auf 14:9 ab.

Auch nach dem Seitenwechsel lief für die Hausherren zunächst noch alles nach Plan. Bis zur 40 Minute baute Duderstadt seinen Vorsprung auf 19:13 aus. Doch dann kämpfte sich Plesse-Hardenberg zurück ins Spiel. Tor um Tor verkürzten die Gäste, die nach einem 5:0-Lauf neun Minuten vor der Schlusssirene sogar erstmalig die Führung übernahmen (21:20) – auf einmal war das Derby gedreht. Der TV Jahn konnte den Lauf zwar stoppen, war aber nicht in der Lage, den wiedererkämpften Vorsprung zu verteidigen: HSG-Kapitän Sebastian Herrig setzte 13 Sekunden vor Spielende den Schlusspunkt mit seinem Treffer zum 24:24.

„Es ist sehr, sehr bitter, dass wir den Sieg nach einer überragenden ersten Halbzeit nicht ins Ziel gebracht haben“, sagte Duderstadts Jannik Burgdorf. „Es ist wieder ein verschenkter Punkt. Bis zur 40. Minute spielen wir guten Handball, doch in der entscheidenden Phase fehlt uns dann der Mut. Olli Kahn würde sagen: Wir brauchen Eier“, bedauerte auch TV Jahn-Schlussmann Julian Krüger nach dem zehnten sieglosen Spiel seiner Mannschaft in Folge. „Wir müssen mit dem Punkt leben, auch wenn er insgesamt zu wenig ist“, bilanzierte Ekkehard Loest, Vorsitzender des TV Jahn.

Schlusslicht Plesse-Hardenberg verpasste schließlich erneut eine gute Chance, den ersten Saisonsieg einzufahren. Doch das Burgenteam gab sich auch mit dem Punktgewinn zufrieden. „Für uns ist es definitiv ein gewonnener Punkt“, sagte Artur Mikolajczyk. „Duderstadt hat die erste Halbzeit dominiert, doch aufgrund des starken Willens sind wir zurückgekommen. Mit etwas mehr Konsequenz wäre vielleicht sogar noch mehr drin gewesen“, ergänzte der HSG-Trainer, der in der Umstellung auf zwei Kreisläufer im Angriff nach der Pause einen Schlüssel zum Erfolg sah.

„Wir haben zu Beginn zu viele einfache Gegentore aus dem Rückraum kassiert, vorne fehlte uns die Durchschlagskraft“, analysierte Herrig. „Der Punkt ist verdient, das Spiel war unterm Strich ausgeglichen.“

Smiljcic verletzt sich am Rücken
Überschattet wurde der sportliche Teil von der Verletzung des Duderstädters Kristijan Smiljcic. Der Kroate fiel in der 48. Minute aus der Luft unglücklich mit dem Rücken auf den Fuß eines Gegenspielers, musste behandelt und schließlich mit einer Trage vom Spielfeld gebracht werden. Am Abend gab es eine kleine Entwarnung: Es ist nichts gebrochen. Nach Vereinsangaben handelt es sich wohl um eine schwere Rückenprellung. Ob Smiljcic dem TV Jahn in den kommenden Partien zur Verfügung steht ist offen.

Unterm Strich steht nach diesem Derby: Die Punkteteilung bringt keinen der beiden Klubs voran. Während Plesse-Hardenberg weiterhin abgeschlagen am Tabellenende verharrt, kommt auch Duderstadt nach diesem Remis nicht vom Fleck und ist weiterhin in akuter Abstiegsgefahr: Der Vorsprung auf die Abstiegszone ist auf zwei Punkte geschrumpft.
Von Filip Donth

Tore HSG PH: Pogadl 3, Herrig 2, Menn 4, Herale 5/2, Crazius 4, Winkelmann 3, Sültmann 3

07.03.2020 Duderstadt Volker

Foto: Archiv - Volker Herrig