TV Jahn Duderstadt hofft auf schnelle Lösung des Trainerproblems

Beim Handball-Oberligisten TV Jahn Duderstadt gibt es einige Baustellen: Eine davon – nämlich der vakante Trainerposten – könnte sich schon zeitnah keine mehr sein.

Natürlich ist das Kreisderby in der Handball-Oberliga ein Prestigeduell, vielmehr war die Partie zwischen dem TV Jahn Duderstadt und der HSG Plesse-Hardenberg aber ein erbitterter Kampf um den Klassenerhalt. Dabei hat das Unentschieden eigentlich keiner Mannschaft so richtig weiter geholfen. Zwei Tage nach dem Spiel äußerte sich Ekkehard Loest, Vorsitzender und einer der Interimstrainer der Eichsfelder, noch einmal zu dem 24:24 am Sonnabend in eigener Halle.

Klare Führung verspielt

19:13 hatte der TV Jahn nach 40 Minuten geführt, 20:21 stand es dann plötzlich aus Sicht der Gastgeber in der 51. Minute, die sich aber wieder einen Zwei-Tore-Vorsprung erspielten (24:22), der aber schließlich auch noch ausgeglichen wurde. „Da ist vieles zusammen gekommen, dass es letztlich so gelaufen ist. Auf der Gegenseite steht ein Christian Wedemeyer im Tor, der plötzlich anfängt, die Bälle zu halten. Und wir wissen, wenn er erst einmal hochfährt, wird es schwer, an ihm vorbeizukommen“, sagt Loest über den Keeper, der auch schon einmal beim TV Jahn zwischen den Pfosten gestanden hat. Hinzu kamen viele überhastete Abschlüsse, als der Spielstand immer enger wurde. „Dann fehlen der Mut und das Selbstbewusstsein“, schiebt er nach. Mit der Sperre für Kreisläufer Deni Skopic wurde im Angriff ein Spieler schmerzlich vermisst, der nicht nur abschließt, sondern auch Lücken für seine Rückraumspieler schafft. „Da hat Plesse mit Herrig und Menn dann gleich zwei gute Kreisläufer“, so Loest. Beide haben zusammen immerhin sechs Treffer zum Unentschieden beigesteuert.

Sorgenkind „Rückraum“

Der 19-jährige Kristijan Smiljcic musste in der 48. Minute vom Spielfeld getragen werden. Der Kroate fiel aus der Luft auf den Fuß eines Gegenspielers, verletzte sich am Rücken und musste ins Krankenhaus eingeliefert werden. Nach einer Nacht und eingehenden Untersuchungen dort wurde er am Sonntag wieder entlassen. Wie lange ihn die Rückenprellung einschränkt und wann er wieder einsatzfähig sein wird, steht noch nicht fest. Angeschlagen war auch Justin Brand in die Partie gegangen, dennoch war er mit sechs Toren der erfolgreichste Jahn-Werfer. Noch in der Aufbauphase befindet sich Matija Junakovic, der sich nach vier Monaten und einer langwierigen Rückenverletzung wieder zurückgemeldet hat und drei Treffer erzielte. „Man merkt ihm aber noch an, dass die Kraft nicht für 60 Minuten reicht. Aber ich hoffe, dass das in den nächsten Spieler immer besser wird“, sagt Loest.

Harsche Fankritik

„Eure Pflicht – Arsch aufreißen für Fans und Verein“ stand auf einem Plakat in der Halle. „Ich kann keinem Spieler vorwerfen, dass er nur Larifari spielt“, sagt Loest, der die Ausdrucksweise der Jahn-Anhänger für unpassend und überzogen hielt. Die Mannschaft habe in den Heimspielen teilweise gute Leistungen gezeigt, leider die Partien oft nicht zu Ende gespielt. „Da geht dann schon mal der Kopf bei dem einen oder anderen Spieler runter“, hat der Jahn-Vorsitzende beobachtet, der von den Anhängern allerdings eine uneingeschränkte Unterstützung erwartet: „Guck’ Dir die Fans von Werder Bremen an“, spielt er auf das gute Fan-Mannschafts-Verhältnis des abstiegsbedrohten Fußball-Bundesligisten an.

Intensive Trainersuche

Im ersten Spiel ohne den Franzosen Christian Caillat an der Seitenlinie, haben sich Ekkehard Loest und Co-Trainer Matthias Heim, der auch auf dem Spielfeld aushalf und zwei Treffer erzielte, die Coaching-Aufgaben geteilt. In der vergangenen Woche hatte jeder jeweils eine Trainingseinheit allein geleitet, die dritte hatten sie gemeinsam übernommen. „Es gibt Gespräche, vielleicht steht am Dienstagabend schon ein neuer Trainer in der Halle. Ich bin heute noch außerhalb Duderstadts zu Gesprächen unterwegs“, sagte Loest am Montagvormittag. Sicher ist, dass er bis spätestens 21. März eine Lösung gefunden haben will. „Dann ist Handwerkerball und ich habe meiner Frau versprochen, mit ihr dorthin zu gehen. Wenn ich das nicht mache, kriege ich die rote Karte“, sagt der Unternehmer.