20190228 rohmann bvbDie „schwarzgelben Götter“ und ihre Liebe zum BVB
Der ehemalige Handballer Björn Rohmann aus Bovenden steht regelmäßig auf der Südtribüne
Bovenden. Der BVB ist der beliebteste Fußballverein. Nicht nur die gelbe Wand feiert Borussia Dortmunds Kicker, auch in Südniedersachsen hat der Ruhrpott-Klub eine große Anhängerschaft. Dazu gehört auch Björn Rohmann. Für den 30-jährigen gelernten Forstwirt aus Bovenden, der seit Juli 2018 als Brandmeister-Anwärter bei der Berufsfeuerwehr Salzgitter seinem Dienst nachgeht, ist die Borussia seine Welt. Der Hardcore-Fan, der seit acht Jahren in festen Händen ist, erzählt: „Meine Freundin hat mich zum Glück schon mit meiner Fußball-Macke kennengelernt. Ich habe aber von Anfang an klargestellt, dass es mich nur mit dem Verein Borussia Dortmund im Doppelpack gibt.“ Rohmann selbst hat nie richtig Fußball gespielt: „Klar, so in der Freizeit mal mit Freunden oder Kollegen. Aber aus mir wäre auch nie mehr als ein rustikaler Verteidiger geworden.“

Der aus einer Handballer-Familie stammende Rohmann hat 15 Jahre aktiv diesen Sport betrieben. Aber bereits seit Grundschulzeiten schlägt sein Herz für den Ruhrpott-Klub. 2008 hat er sich dann die erste Dauerkarte für BVB-Heimspiele gekauft. „Ich hab quasi mit Jürgen Klopp meinen Dienst auf der Südtribüne angetreten, ich stehe immer noch da, er ist leider weg. Trotzdem bleibt er für mich der geilste Trainer auf diesem Planeten, er hat mir und meiner Truppe Momente beschert, von denen ich noch meinen Kindern erzählen werde“, schwärmt der Edelfan noch immer für „Kloppo“.

Rohmann hat im Laufe der Jahre weitere BVB-Fans in und um Südniedersachsen gefunden: „Wir sind mittlerweile ein eingefleischter Haufen hier in Bovenden und Umgebung mit elf Dauerkarten. Wir sind außerdem ein eingetragener Fanclub „Schwarzgelbe Götter“ mit Mitgliedern in Göttingen, Bovenden, Bilshausen, Dortmund bis hin nach Zwickau“, so Rohmann.

Er versuche eigentlich jedes Heimspiel mitzunehmen. „Ok, ich stand auch schon mal mit Fieber im Stadion oder bin nach meiner Knie-OP auf Krücken die „Süd“ hoch gehumpelt. Das hat dann aber schon nichts mehr mit gesundem Menschenverstand zu tun“, sagt er selbstkritisch. Rund 20 BVB-Spiele schaut er sich im Jahr an. „Niemals aufgeben, egal ob im Job, im Privatleben und schon gar nicht beim Fußball“, hat sich der Brandmeister-Anwärter längst als Lebensmotto hinter die Ohren geschrieben.

Warum sind Björn, Andre, Tobi, Tina, Theres oder Jana – um nur einige zu nennen – ausgerechnet BVB-Fans? „Diesen Verein, dieses Gefühl muss man selbst erlebt haben, um es zu verstehen. Dieser Verein und diese Stadt sind einfach wie Topf und Deckel, das passt wie A….auf Eimer“, sagt Rohmann. „Und dann noch die Fans dazu, das macht das Ganze so reizvoll. Der Slogan des Vereins trifft es ganz gut: Echte Liebe“, gibt er sein ganzes Herzblut für den BVB her. „Das ist zwar alles nur Marketing, aber es beschreibt den BVB kurz und knapp.“

Und dann die vielen Geschichten: Meisterschaften, Pokalsieger, Champions-League-Finale – das sind die großen Sachen. „Und da gehören Siege und Niederlagen einfach dazu.“ Rohmann schwärmt immer weiter über Freud und Leid eines eingefleischten BVB-Fans. Auch kleine oder traurige Sachen bleiben hängen. Verdiente Trainer oder Spieler nehmen ihren Hut. „Da bleibt auch bei Männern kein Auge trocken“, lässt er seinen Emotionen freien Lauf. „Da siehst du in diesem schnelllebigen Fußballgeschäft irgendwann Trainer und Spieler, die heute noch das Vereinswappen küssen und morgen dann auf einmal bei einem anderen Verein spielen. Deswegen hab ich in den letzten Jahren meinen Fokus eigentlich auf andere Sachen gelegt. Trikots werden nicht mehr gekauft, Spieler und Trainer sind jederzeit ersetzbar. Ich möchte den traditionellen Fußball zurück. Im Stadion geht es um den Verein, um Emotionen. Den Videobeweis und andere Spielereien braucht kein Mensch.“
Diesen Verein, dieses Gefühl muss man selbst erlebt haben, um es zu verstehen.
Björn Rohmann, BVB-Fan

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Umgeben von Gleichgesinnten: Björn Rohmann (Mitte, mit Cap) ist BVB-Fan durch und durch. foto: r