wm2018 gtTrainer aus der Region wagen WM-Prognose
Viele haben Frankreich auf der Rechnung, nur wenige das deutsche Team: Die Trainer der heimischen Handball-Teams blicken auf die Weltmeisterschaft im eigenen Land. Die 26. Handball-Weltmeisterschaft der Männer wird vom 10. bis 27. Januar 2019 in Deutschland und Dänemark ausgetragen. 24 Nationen sind am Start. 96 Begegnungen stehen an. Das Eröffnungsspiel steigt am 10. Januar zwischen Deutschland und Korea in Berlin, das Finale ist im dänischen Herning vorgesehen. Titelverteidiger ist Frankreich.

Apropos Frankreich: „Es wird sehr spannend, wie das Team den Ausfall von Nikola Karabatic auffangen kann“, sagt der ehemalige französische Handballspieler Christian Caillat, Trainer des Verbandsliga-Spitzenreiters TV Jahn Duderstadt: „Für Deutschland wird schwierig, die verletzten Spieler, wie Julius Kühn, zu kompensieren.“


WM 2019 im Free-TV
Das Eröffnungsspiel des DHB-Teams am 10. Januar gegen Korea in Berlin zeigt das ZDF, das zudem zwei weitere Gruppenspiele (gegen Brasilien am 12. Januar und gegen Frankreich am 15. Januar) überträgt. In der ARD werden zwei Partien der Gruppenphase (gegen Russland am 14. Januar und gegen Serbien am 17. Januar) zu sehen sein. Ein mögliches deutsches Halbfinale würde im Ersten übertragen, ein Finale der Handball-WM mit Deutschland liefe im ZDF. nd



„Weltmeister wird der, der am Ende die wenigsten Verletzten und das nötige Quäntchen Glück hat“, ist Stephan Albrecht, Trainer der Verbandsliga-Herren des MTV Geismar und Landesliga-Damen der HG Rosdorf-Grone, überzeugt. „Wenn sich Deutschland im Lauf der Vorrunde als Mannschaft findet, traue ich ihnen das Halbfinale zu“, wird Dominik Kemke, ebefalls Coach des MTV Geismar, konkreter. Kemke selbst wird drei Hauptrundenspiele in Köln live erleben.

Der aus Stettin stammende Pole Artur Mikolajczk, seit Saisonbeginn Coach des Oberligisten HSG Plesse-Hardenberg, lässt die vorausgegangenen Turbulenzen um Bundestrainer Christian Prokop sowie die verletzten Spieler nicht aus dem Visier: „Dennoch kann ein Heimturnier enorme Kräfte freisetzen.“ Mikolajczk traut den Deutschen das Halbfinale zu. „Sehr stark“ seien die Franzosen und die Dänen.

Außerdem melden sich weitere Verbandsligatrainer zu Wort. „Ich hoffe natürlich, dass die deutsche Mannschaft möglichst weit kommt“, drückt Jens Wilfer (HSG Oha) die Daumen: „Hierzu wird ein guter Start wichtig sein. Mit der Stimmung in den tollen Arenen sollte dann mindestens das Viertelfinale das Ziel sein. Das Halbfinale wäre natürlich super. Meine Favoriten sind allerdings Frankreich und Norwegen.“ Sascha Heiligenstadt (HSG Rhumetal) denkt, dass Deutschland Chancen hat Weltmeister zu werden. Ich glaube, es geht ein Ruck durch das Team, der uns antreibt.“

Viel kritischer sieht Markus Wuttke (HG Rosdorf-Grone) das Geschehen: „Wer schon mit Baustellen wie die Turbulenzen um den Trainer oder die Verletzten in ein Turnier geht, der hat es doppelt schwer. Da kennt die Weltspitze kein Pardon.“

Aus der Reihe der Trainergilde fasst Johannes Deschner vom Landesligisten SG Spanbeck/Billingshausen seine vielfältigen Eindrücke im Vorfeld der Weltmeisterschaft zusammen: „Deutschland sehe ich in der Hauptrunde, danach wird es eng. Mein Tipp: Bedingt durch durch die stärkste Abwehr aller Teilnehmer und dazu ausgeglichen im Angriff wird Frankreich Weltmeister.“

Auf dem Weg zum zweiten Gruppenspiel der Deutschen am 12 . Januar gegen Brasilien in Berlin macht sich Eckhard-Gustav Rohmann, der Vorsitzende des Fördervereins der HSG Plesse-Hardenberg, mit 60 Fans des Burgenteams. „Das wird wieder Gänsehaut pur, wenn sich in den nächsten Wochen die Teams der Weltspitze auf Augenhöhe begegnen.“     Von Ferdinand Jacksch

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Er steht unter besonderer Beobachtung: Bundestrainer Christian Prokop. Quelle: dpa