Robert HeidhuesHSG Plesse-Hardenberg will Trainingsbetrieb bis 31. Dezember aussetzen

Welche Auswirkungen hat die coronabedingte Unterbrechnung der Saison auf einen Handballklub wie die HSG Plesse-Hardenberg? Im Tageblatt-Interview spricht der HSG-Vorsitzende Robert Heidhues unter anderem über die Gründe, freiwillig auch den Trainingsbetrieb bis zum 31. Dezember auszusetzen.

Mit sofortiger Wirkung unterbricht der Handball-Verband Niedersachsen (HVN) aufgrund der aktuellen Pandemielage den Spielbetrieb in der Saison 2021/22. Nur in den Oberligen der weiblichen und männlichen B- sowie C-Jugend wird weitergespielt. Im Tageblatt-Interview bezieht Robert Heidhues, Vorsitzender der HSG Plesse-Hardenberg, Stellung.

Tageblatt: Fällt mit der Unterbrechung der Saison der Handballsport aus Ihrer Sicht wieder in ein tiefes Loch?

Heidhues: Leider müssen wir feststellen, dass das Virus wieder schneller war und die Lücken im System ausgenutzt hat, um sich wieder zu verbreiten. Auch wenn wir in Südniedersachsen im Bundesvergleich noch gut dastehen, so hat die Infektionsdynamik doch gerade die Schulen in unseren Gemeinden erfasst.

Die für den Spielbetrieb verantwortlichen Stellen, die Handballregion Südniedersachsen und der Handball-Verband Niedersachsen (HVN), haben den Spielbetrieb mit Wirkung vom 2. Dezember ausgesetzt. Für den Bereich des HVN gilt der Beschluss bis Ende Dezember, die Region Südniedersachsen geht sogar darüber hinaus und stellt den Spielbetrieb bis Ende Januar ein. Reichen diese Maßnahmen in Ihren Augen aus?

Wir als HSG-Vorstand sind der Überzeugung, dass neben dem Impfen kurzfristig nur Kontaktreduzierungen ein wirksames Mittel sind, die Infektionsketten zu durchbrechen. Daher möchten wir die Spielpause nutzen, um auch in unserem Verantwortungsbereich die Kontakte zu reduzieren und den gesamten Trainingsbetrieb bis 31. Dezember aussetzen. Dies ist mit der Hoffnung verbunden, dass durch den Impffortschritt und entsprechende Maßnahmen in anderen gesellschaftlichen Bereichen eine möglichst baldige Wiederaufnahme des Trainingsbetriebs möglich sein wird.

In der Tat. Für viele Spielerinnen und Spieler, ganz egal ob Kinder, Jugendliche oder Erwachsene, ist das wöchentliche Training oder das Spiel ein fester Bestandteil des Wochenablaufs. Das können wir als überwiegend ehemalige Spieler mehr als nachvollziehen. Sollten wir zu voreilig den Trainingsbetrieb ausgesetzt haben, wird das niemand mehr bedauern als wir. Sollten wir dazu beitragen, die Inzidenzen schnell zurückzuführen, sehen wir uns baldmöglichst in der Halle wieder. Sollten die Infektionsketten aber nicht durch einen verantwortlichen Beitrag aller reduziert werden, blüht uns wieder Einzeltraining und Waldlauf im Winter.

In den Oberligen der weiblichen und männlichen B- sowie C-Jugend wird vorerst aufgrund der Sichtungen, der Meldung zur Deutschen Meisterschaft sowie Auswahlmaßnahmen weitergespielt. Was halten Sie davon?

Wir sind mit diesen Jahrgängen nicht in der Jugend-Oberliga vertreten. Daher möchte ich mich mit Ratschlägen zurückhalten. Im Norden Niedersachsens liegen die Inzidenzen zum Teil deutlich niedriger als bei uns. Außerdem gibt es dort Vereine, die eine sehr leistungsbezogene Jugendarbeit betreiben. Sie fürchten um entsprechende Qualifikationen für Ligen und Auswahlmannschaften auf Bundesebene.

Für die Oberligahandballer der HSG steht das erste Punktspiel im neuen Jahr am 16. Januar ins Haus. Die Oberligahandballerinnen spielen am selben Tag zu Hause das Derby gegen den MTV Rosdorf. Wo sollen die HSG-Mannschaften zuvor trainieren, wenn die Hallen während der Ferien geschlossen sind? Wird der Verein eine Ausnahmeregelung erwirken?

Bisher haben wir immer vertrauensvoll mit den Landkreisen als Halleneignern zusammengearbeitet. Wir werden in den kommenden Tagen den Kontakt suchen und sind zuversichtlich, eine Lösung zu finden, die es uns erlaubt, angemessen vorbereitet in das nächste Saisonspiel zu gehen.