Spielerin des Handball-Oberligisten HSG Plesse-Hardenberg
14032017 sander gtWieder das Kreuzband: Sander

Lisa Sander steht erneut eine lange handballfreie Zeit bevor: Die Spielerin des Handball-Oberligisten HSG Plesse-Hardenberg hat sich im Heimspiel gegen Schlusslicht SG Zweidorf-Bortfeld am 12. Februar eine schwere Knieverletzung zugezogen. Die 23-Jährige riss sich zum bereits vierten Mal das Kreuzband.


Bovenden. Vergleichbar mit einem Totalschaden am Auto ist das, was die Ärzte bei den Untersuchungen im rechten Knie der Handballerin vorgefunden haben. Das vordere und hintere Kreuzband sind gerissen, ebenso der innere und äußere Meniskus, hinzu kommt noch ein Knorpelschaden. Eine erste Operation steht schon im April an, eine weitere - an den Kreuzbändern - folgt dann später.

Erster Kreuzbandriss mit 13 Jahren

Im Alter von 13 Jahren hatte Sander den ersten Kreuzbandriss im linken Knie, vor drei Jahren - mit 20 - den zweiten (rechts), und nun die Risse drei und vier. „Mein Frust hält sich in Grenzen. Vielleicht kommt er, wenn wir den Aufstieg in die 3. Liga schaffen und ich nicht dabei sein kann. Im Moment geht es mir gut“, sagt Sander. Sie hatte die Situation, in der sie sich die Verletzung zugezogen hat, als „völlig unspektakulär“ empfunden. „Ich bin im Spiel Eins-gegen-Eins weggeknickt, hatte vorher immer schon mal Stiche im Knie. Die haben sich allerdings anders angefühlt.“

Krankengymnastik und Lymphdrainage sind zurzeit das einzige, was die Studentin für Förderschul-Lehramt für sich tun kann. Ihr Praktikum an der Schule am Tannenberg macht die Billingshäuserin mit einer Orthese am Knie.

Zum Training aus Leipzig angereist

Aus ihrer Studienstadt Leipzig war Sander immer donnerstags angereist und hatte zweimal mit der Mannschaft trainiert. Die torgefährliche Rückraumspielerin, die sich auch nicht scheut, in der Abwehr richtig zuzufassen, hat in Billingshausen im Minialter das Handballspielen gelernt und ist dann nach der E-Jugend - in Ermangelung einer Mädchenmannschaft bei der SG Spanbeck/Billingshausen - zur HSG Plesse-Hardenberg gewechselt.

Der Spielgemeinschaft ist die Linkshänderin über all die Jahre treu geblieben. Nun hofft sie, dass ihre Teamkameradinnen den Drittliga-Aufstieg auch ohne sie schaffen. Die Tatsache, dass der HSG-Vorstand nach der Meisterschaft am Ende der vergangenen Saison kein grünes Licht für den Sprung in die dritthöchste deutsche Damen-Spielklasse gegeben hatte, bezeichnet Sander als „große Enttäuschung“. „Wir hatten als Team natürlich bis zum Schluss die Hoffnung, dass sich der Aufstieg doch noch irgendwie realisieren lassen würde. Aber im Nachhinein habe ich auch Verständnis für diese Entscheidung.“

Keine Gedanken an sportliche Zukunft

An ihre sportliche Zukunft verschwendet Sander zurzeit keine Gedanken. Als Zuschauerin wird sie sich die Spiele ihres Teams anschauen, so auch das Final-Four-Turnier des HVN-Pokals am Sonnabend. Wann und ob sie wieder einen Handball in die Hand nehmen wird, lässt sie offen: „Nach der Reha werde ich sehen, wie es weiter geht.“

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Lisa Sander im Derby gegen den Northeimer HC. Quelle: Harald Wenzel

Burgfrauen mit Chance auf DHB-Pokal

Die HSG Plesse-Hardenberg greift zu Hause nach dem HVN-Pokal: Der Oberliga-Spitzenreiter ist am Sonnabend Gastgeber des Final-Four-Turniers. Der erste Anwurf erfolgt um 14 Uhr in der Bovender Sporthalle am Wurzelbruchweg. Drei der vier teilnehmenden Mannschaften qualifizieren sich für die die erste Runde des DHB-Pokals 2017/18. „Ein schönes Zubrot“ sagt die 21jährige Studentin Maike Rombach, mit 68 Treffern derzeit in der Form ihres Lebens. 14 davon hat sie vor einer Woche im Derby gegen die HSG Göttingen erzielt. Trainer Tim Becker ist allerdings nicht gerade begeistert davon, dass zu diesem Zeitpunkt der Pokal stattfindet. „Personell kriechen wir zurzeit auf dem Zahnfleisch. Da sind wir froh, wenn wir das kommende Wochenende ohne Verletzungen überstehen. Priorität hat die Meisterschaft.“

Die Gegner:

VfL Stade – mit 40:2 Punkten souveräner Tabellenführer der Oberliga Nordsee.

Hannoverscher SC – Neunter der Oberliga Niedersachsen. Das Team von Trainer Thomas Löw hat in dieser Punktrunde schon zweimal gegen die HSG Plesse-Hardenberg gespielt. Das Hinspiel gewann das Burgenteam 35:24. In Hannover unterlag die HSG 28:30.

HSG Hude/Falkenburg – Vierter der Oberliga Nordsee.

Spielplan:

14 Uhr HSG Plesse-Hardenberg – VfL Stade

15.45 Uhr Hannoverscher HSC – HSG Hude/Falkenburg

17.45 Uhr Spiel um Platz drei

19.30 Uhr Finalend