23092017 chemnitz vorbericht gtHSG Plesse-Hardenberg gibt Drittliga-Heimpremiere
Gegen Mitaufsteiger HV Chemnitz wollen die Burgfrauen ihre ersten Punkte holen
Bovenden. Auftakt in eine neue Ära am Wurzelbruchweg in Bovenden: Die HSG Plesse-Hardenberg bestreitet am Sonnabend ihr erstes Heimspiel in der 3. Frauenhandball-Bundesliga. Um 19.15 Uhr pfeift das Schiedsrichtergespann Günay/Krebs aus Westfalen die Partie gegen den HV Chemnitz an.

Die Heimpremiere hat es gleich in sich. „Das ist das erste Vier-Punkte-Spiel“, betont Tim Becker. „Chemnitz wird wohl mit uns gegen den Abstieg spielen.“ Aufsteiger haben es meistens schwer, das gilt für die HSG und ihren Gast. Der kommt allerdings mit der Empfehlung, ohne Punktverlust Meister der Mitteldeutschen Oberliga geworden zu sein. In der tummeln sich Mannschaften aus Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt, die bekannt sind für ihre gute Ausbildung und robusten Handball spielen. „Ich halte diese Liga für stärker als unsere Oberliga“, wagt Frank Mai eine Einschätzung. Sein Trainerkollege Becker hat sich den kommenden Gegner auf Video angeschaut und dieses auch den Spielerinnen zur Verfügung gestellt. „Chemnitz hat eine eingespielte Mannschaft, mit zweit- und drittligaerfahrenen Spielerinnen. Wir haben Respekt vor ihnen, aber keine Angst“, sagt Becker.

Zum Auftakt spielte der HV 21:21 gegen den TSV Birkenau. Vor 350 Zuschauern erzielte Chemnitz erst kurz vor dem Abpfiff den Ausgleich und hat somit den ersten Punkt auf dem Konto. Mai hat sich ebenfalls das Video angesehen. „Chemnitz steht in einer kompakten 6:0-Abwehr und versucht über die Außen ins Gegenstoßspiel zu kommen“, so der HSG-Assistenztrainer. Über eine gute Defensive verfügt auch die HSG, 24 Gegentore in Fritzlar sind wahrlich nicht viel. 15 eigene Treffer sind allerdings viel zu wenig, auch wenn die Abwehr der Hessinnen zu den besten der Liga zählt. „Wir machen zu viele Fehler, haben zu wenig Durchschlagskraft“, analysiert Becker und fordert: „Da müssen wir uns steigern.“

Wir haben Respekt vor ihnen, aber keine Angst.

(Tim Becker, Trainer Plesse-Hardenberg)

Denker und Lenker der Offensive ist die Mittelspielerin, und genau auf dieser Position musste Becker nach der Kreuzband-Verletzung von Annika Hollender umstellen. Neuzugang Alena Breiding ist eine Möglichkeit, Marilena Henne, eigentlich auf der rechten Außenbahn beheimatet, die andere. Gegen Fritzlar bekleidete die 26-jährige Henne die Spielmacherposition nicht zum ersten Mal. „Ich hab bereits unter Artur Mikolajczyk vor fünf, sechs Jahren auf der Mitte trainiert und auch in Vorbereitungsspielen mal für zehn Minuten gespielt. Aber da waren immer andere vor mir“, so die Studentin, die gerade an ihrer Masterarbeit sitzt. Kopfarbeit ist da gefordert, ebenso wie jetzt auf dem Spielfeld. „Das ist anstrengend, macht aber super Spaß“, hat Henne an ihrer neuen Aufgabe viel Freude. Die kommt ihr auch nicht ganz ungelegen. „Auf Außen waren wir immer weniger ins Spiel eingebunden. Ich hatte schon Lust auf mehr Verantwortung“, so die Rechtshänderin, „ich hätte mir es aber ein, zwei Ligen darunter gewünscht.“

Daraus wurde nichts, jetzt muss sie ihre Frau in der 3.Liga stehen. „Ich hab richtig Bock, das ist eine Mega-Herausforderung.“ Damit meint Henne nicht nur ihre neue Position, sondern auch die Liga mit vielen unbekannten Mannschaften. „Nach den Jahren in der Oberliga und der Dichte hier im Göttinger Raum freue ich mich auf neue Gesichter.“ Das erste Heimspiel ist etwas Besonderes, wenn es die ersten Punkte gibt, bleibt es in positiver Erinnerung. „Ich glaube, da kann was gehen“, ist Henne optimistisch und, wie es sich für eine gute Mittelspielerin gehört, ist sie sich mit ihrem Trainer einig.

23092017 chemnitz vorbericht gt
Marilena Henne übernimmt nach dem Ausfall von Annika Hollender den Spielaufbau bei der HSG Plesse-Hardenberg. Foto: Da Silva