3 Liga Frauen„Es war nicht alles schlecht“
HSG Plesse Hardenberg verliert chancenlos gegen die HSG Kleenheim / Gute zweite Halbzeit
Göttingen. Die Niederlage war einkalkuliert, die Deutlichkeit hat nicht überrascht. Gegen den Tabellenzweiten HSG Kleenheim war die HSG Plesse-Hardenberg chancenlos und verlor mit 19:29 (6:14). Die achte Niederlage im achten Spiel, Tabellenplatz 12. Vor über 150 Zuschauern zeigte Kleenheim schnell, dass es die Favoritenrolle annimmt und auch ausfüllen kann. 3:0 stand es nach drei Minuten, nach fünf Minuten durfte auch die Heimsieben das erste Mal jubeln, die starke Yasmin Hemke hatte den ersten ihrer fünf Treffer erzielt.

Fünf Minuten später traf Meike Rombach vom Siebenmeterpunkt, nach gut einer Viertelstunde stand es 2:8. „Unser Angriff war wieder unser Problem“, kommt Tim Beckers Analyse wenig überraschend. Kaum Druck aus dem Rückraum, Fehlpässe, falsche Wurfentscheidung – die Fehlerkette ist lang, das Ergebnis dementsprechend. Leichte Gegenstoßtore ließen den Vorsprung der Gäste weiter anwachsen. „Wenn wir sie im Positionsangriff hatten, stand unsere Abwehr ganz gut“, lobte der Trainer das Defensivverhalten seiner Mannschaft, auch die Torhüterinnen zeigten sich in guter Form. Trotzdem war die Partie zur Pause bereits entschieden. „Unsere Fehler in der ersten Halbzeit kosten uns alles“, so Becker, „aber in der zweiten Halbzeit war dann einiges besser“.

Sicherlich auch, weil Kleenheim es zuließ, spielte die HSG jetzt mit, zeigte sich mutig im Spiel nach vorn. Die Maßnahme, Isabel Marienfeld in den Rückraum zu stellen und von da auflösen zu lassen, brachte neuen Schwung. Alena Breiding bestätigte jetzt ihre gute Form. „Aus dem rechten Rückraum kam mir einfach zu wenig“, begründete Becker seinen Wechsel. Devi Hille suchte nach ihrer Form, Sarah Strahlke ist eigentlich auf der anderen Seite zu Hause. Ohne Druck auf dieser Position blieb auch Lara Al Najem blass, die Rechtsaußen blieb ohne Torerfolg. Die andere Außenbahn beackerte diesmal Celina Kunze, die durchspielte und ein Lob ihres Trainers einheimste. „Celina hat zwei schöne Tore gemacht, war auch in der Abwehr gut“, so Becker über das Eigengewächs. Das alles reichte zwar nicht, um so etwas Ähnliches wie eine Aufholjagd zu starten, der Rückstand wurde aber auch nur minimal größer. Die zweite Hälfte ging nur mit 15:13 an die Gäste. „Kleenheim hat uns unsere Grenzen aufgezeigt. Die zehn Tore sind deutlich. Aber es war nicht alles schlecht“, versuchte Becker eine positive Stimmung zu verbreiten. „Wir haben nicht den Kopf in den Sand gesteckt, hatten eine gute Stimmung und haben die Zuschauer mitgenommen“, zählt er auf. „Unser Plan war, ein gutes Spiel zu machen. Das ist uns in der zweiten Halbzeit gelungen“, so Becker weiter.

Misere des Aufsteigers

13 Tore sind für HSG-Verhältnisse wahrlich gut, doch die sechs Treffer in der ersten Hälfte zeigen die Misere des Aufsteigers. Mitspielen, manchmal auch mithalten. Aber immer nur phasenweise. Und das reicht nicht für Punkte. Noch nicht.

HSG: Menn, Röhrs – Hemke (5), Breiding (5/1), Rombach (5/2), Strahlke (2), Kunze (2), Henne, Hille, Marienfeld, Kurzbuch, Al Najem, Schob.