3liga frauenPlesse will raus aus dem Keller

Zum Abschluss der Hinrunde will die HSG Plesse-Hardenberg endlich punkten. Die Handball-Damen empfangen am Sonnabend den TuS Kriftel in der Sporthalle Bovenden. Anpfiff des Spiels in der dritten Liga ist um 17 Uhr. Göttingen. Dass die HSG vor einer schweren Saison stehen würde, wusste wohl jeder. Dass sie kurz vor Weihnachten noch gänzlich ohne Punkt sind, hatten wohl noch nicht einmal die schlimmsten Pessimisten vermutet.

Doch die Zahlen lügen nicht, 0:20 Punkte und 198:286 Toren sorgen für die Rote Laterne in der Oststaffel und zusammen mit dem VfL Stade (Nord) ist die HSG das schlechteste Drittliga-Team. Gegen den Mitaufsteiger soll nun endlich die Rote Null weichen. „Auf diesem Spiel liegt klar unser Fokus. Wir wollen nicht ohne Punkt ins neue Jahr gehen“, erklärt Tim Becker. „Wenn wir uns irgendwo noch etwas ausrechnen, müssen wir gegen solche Gegner punkten. Verlieren wir, haben wir sechs Punkte Rückstand auf Kriftel, gewinnen wir, sind es nur zwei“, rechnet er vor.

Der Funken muss überspringen

Drei Regelabsteiger gibt es. Neben der HSG belegen Birkenau (drei Punkte) und Kriftel (vier Punkte) die Abstiegsplätze, Chemnitz steht mit fünf Pluspunkten gerade so über dem Strich. Eben gegen diese Gegner holte Kriftel seine Punkte und kann mit einem weiteren Sieg die Abstiegsränge verlassen. Der HSG ist das bewusst. Wie geht sie damit um? „Wir dürfen nicht verkrampfen, müssen unbekümmert auftreten“, meint Becker. So wie gegen den Spitzenreiter Gedern-Nidda. Als die HSG kurz vor der Pause in Führung ging, war die Halle da. „Der Funken muss wieder überspringen, und das möglichst schnell“, will der Trainer die Zuschauer mit ins Boot nehmen. Seine Mannschaft kann auch jegliche Unterstützung brauchen. Denn die personelle Situation ist alles andere als rosig. Zu den Langzeitausfällen Annika Hollender und Lara Al Najem gesellte sich unlängst noch Charlotte Schob (Fuß) und am Dienstag signalisierte auch noch Yasmin Hemke, dass sie wohl nicht zur Verfügung steht. „Es sind noch acht Feldspielerinnen. Da darf jetzt nicht noch etwas passieren“, kann Becker nur hoffen. Eventuell hilft erneut Julia Herale aus, die sich aber nicht festspielen soll.

Ungeachtet der Umstände gab es diesmal eine gezielte Vorbereitung auf den Gegner. Assistenz-Trainer Frank Mai stellte zwei Video-Sequenzen zusammen, im Training wurde auf einige Situationen eingegangen. „Kriftel spielt eine 6:0-Deckung, die gerne mal auf Stoppfoul geht. Der Innenblock ist groß, Gegenstöße kommen fast immer über die linke Seite. Im Positionsangriff setzen sie auf zwei, drei Auslösehandlungen“, fasst er seine Erkenntnisse zusammen. Torgefährlich ist vor allem der Rückraum um Jaqueline von Moltke und Cathrin Groetzki.

Allerdings hat Kriftel noch weniger Tore erzielt als die HSG (194 zu 198). Da der TuS auch mehr kassiert hat als der Niedersachenmeister (300 gegenüber 286), ist er die einzige Mannschaft, die ein schlechteres Torverhältnis hat. Es kann also etwas gehen.

Von Denise Kricheldorf-Mai