06012017 bericht hnaPlesse-Hardenbergs Vorsitzender Holger Lapschies im HNA-Interview
„Fokussiert auf die 3. Liga“
Nörten / Bovenden. Mit dem Titelgewinn in der Oberliga fand der sportliche Höhenflug der Handballfrauen der HSG Plesse-Hardenberg im Mai des vergangenen Jahres einen vorläufigen Höhepunkt. Der Freude folgte aber schnell Katerstimmung. Die Spielgemeinschaft konnte den Aufstieg nicht realisieren. Nun liegt die HSG wieder auf Kurs 3. Liga. Anlass für ein Gespräch mit Holger Lapschies, Vorsitzender der HSG Plesse-Hardenberg.

Vor sieben Monaten feierten die Frauen der HSG Plesse die Meisterschaft in der Oberliga. Nun steht das Team wieder ganz oben. Haben Sie mit einer Fortsetzung der Erfolgsgeschichte gerechnet?

Lapschies: Wir waren verhalten optimistisch. Es gab einen kleinen Umbruch im Kader. Einige Spielerinnen haben uns verlassen, weil ihnen der Aufwand für die Oberliga zu hoch wurde. Mit den Zugängen aus Osterode konnten wir die entstandenen Lücken aber sehr gut schließen. Mittlerweile ist das Team zu alter Leistungsstärke zurückgekehrt. Der Tabellenplatz spricht eine eindeutige Sprache.

Nach dem unerwarteten Titelgewinn sah die HSG keine Möglichkeit, das Aufstiegsrecht wahrzunehmen. Vor wenigen Wochen wurde auf Initiative der Mannschaft die Aktion „100 x 100“ ins Leben gerufen, um Sponsoren zu finden. Ist der Club diesmal vorbereitet?

Lapschies: Die gesamte HSG ist darauf fokussiert, dieses große Ziel zu erreichen! Die Schaffung der notwendigen wirtschaftlichen Grundlagen ist aber leider kein Selbstläufer. Das Projekt „100 x 100“ ist eine Idee der Mannschaft und eine gute Grundlage. Förderverein und Förderkreis engagieren sich ebenfalls sehr stark, um den Kreis der Sponsoren zu erweitern. Wir werden auch die 101. Spende nicht abweisen. Und unabhängig von diesem Projekt: Meine Familie engagiert sich selbstverständlich jedes Jahr.

Neben dem Finanziellen ist ein Aufstieg auch mit organisatorischen und bürokratischen Auflagen verbunden. Was sind die größten Herausforderungen für die Spielgemeinschaft?

Lapschies: Das Geld ist nur ein Teil der Geschichte. Auch das gesamte Umfeld muss gestärkt werden. Die ehrenamtliche Belastung ist bereits heute für viele sehr hoch. Weitere Mitstreiter könnten helfen, die Arbeit auf noch mehr Schultern zu verteilen.

Wie sieht die sportliche Einschätzung aus? Ist der aktuelle Kader in der höheren Liga konkurrenzfähig? Wo besteht eventuell Handlungsbedarf?

Lapschies: Das ist eine Frage, die der Trainer besser beantworten kann. Die Kombination aus Trainer und Spielerinnen ist eine sensible Symbiose. Grundsätzlich gilt: Stärker ist immer besser! Bei Betrachtung der letzten Aufsteiger wird klar, dass der Kader weiter gesund wachsen sollte, um die Herausforderung eines Aufstiegs erfolgreich zu bewältigen.

Was bedeutet 3. Liga-Handball für die HSG? Welchen Stellenwert hätte ein Aufstieg? Wo liegen Chancen und Risiken?

Lapschies: Der Aufstieg wäre DAS sportliche Ereignis für die HSG. Dieses Aushängeschild könnte genutzt werden, um den Unterbau im Verein zu stärken. Das ist eine große Chance. Aktuell kommen schon viele Spielerinnen aus den eigenen Reihen. Weitere Talente aus unserem Nachwuchs kündigen sich bereits an. Die größte Gefahr ist unzureichender sportlicher Erfolg und damit ausbleibendes Zuschauerinteresse. Eine Heimhalle mit einem fantastischen Publikum ist mehr als die achte Frau und kann der Mannschaft helfen, ein Mal mehr einen Ball ins Tor zu werfen als die Gast-Mannschaft. (zys)

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Oh, wie ist das schön: Solche Bilder nach Spielen der Handballerinnen der HSG Plesse-Hardenberg sind eine lieb gewordene Gewohnheit. In naher Zukunft soll unter den Burgen in der 3. Liga gejubelt werden. Foto:  zje